
Warum riecht es so verbrannt in Essen?
In Essen hat es seit dem frühen Freitagmorgen (4. September) auf einem Schrottplatz gebrannt. Die Feuerwehr war seit 3:20 Uhr im Bereich der Emscherstraße in Katernberg im Einsatz. Auf dem Schrottplatz brannte ein großer Schrottberg. Wegen des großen Brandes waren viele Einsatzkräfte vor Ort. Auch eine Drohne wurde eingesetzt. Außerdem wurden Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr und Einsatzkräfte aus Oberhausen zur Unterstützung hinzugezogen.
Die Emscherstraße und die Stauderstraße waren deshalb in beide Richtungen gesperrt. Rund um den Schrottplatz gab es weiträumige Absperrungen. Deswegen sind auch die Linien 173 und 183 von der Ruhrbahn beeinträchtigt. Über dem Schrottplatz waren große Rauchwolken zu sehen - besonders in Katernberg und Altenessen war der Geruch deutlich zu merken. Deswegen ist auch gegen 4:15 Uhr eine Warnung über die Warn-App NINA rausgegangen.
Auf dem Gelände an der Emscherstraße hat es bereits mehrmals in der Vergangenheit gebrannt. Autofahrer und Fußgänger sollten den Bereich weiträumig umgehen und die Absperrungen beachten.
Wie gefährlich ist der Schrottplatzbrand in Essen?
Das LANUK (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima) sowie das städtische Umweltamt waren am Freitagmorgen (4. September) vor Ort. Sie haben die Schadstoffe gemessen, die durch den brennenden Schrott in die Luft gelangt sind. Ergebnisse liegen bisher noch nicht vor. Vorsorglich wurden aber umliegende Kitas geschlossen. Betroffen sind der Fröbel-Kindergarten an der Zollvereinstraße, der katholische Kindergarten St. Joseph Termeerhöfe, die Kindertagesstätte Takatukaland an der Heßlerstraße sowie die Kindertagesstätte Kinderhaus Heide, ebenfalls an der Heßlerstraße.
Auf Nachfrage von Radio Essen sagte die Zollvereinschule, dass sie ganz normal geöffnet hat. Nach aktuellem Stand kommt da nicht so viel Rauch an, und auch der Geruch hält sich bislang in Grenzen. Deshalb findet der Schulbetrieb regulär statt. Auch die Pausen sollen ganz normal draußen stattfinden, solange sich an der Situation nichts ändert. Trotzdem bekommt die Schule die Auswirkungen des Brandes mit: Einige Kinder wurden für heute bereits von ihren Eltern abgemeldet.
Update 09:10 Uhr: Die Löschmaßnahmen zeigen inzwischen Wirkung. Laut der Feuerwehr Essen hat die starke Rauchentwicklung, die noch in den letzten Stunden sehr groß war, inzwischen deutlich abgenommen. Aktuell wird das Feuer eher mit Schaum als mit Wasser bekämpft. In der Spitze hat die Feuerwehr versucht, den Brand mit rund 18.000 Litern Wasser zu löschen. Das entspricht etwa 120 Badewannen.
Da die Einsatzkräfte seit dem frühen Morgen vor Ort sind und der Einsatz sehr anstrengend ist, wurden inzwischen Feuerwehrleute ausgetauscht. Aktuell sind rund 90 neue Einsatzkräfte an der Emscherstraße im Einsatz. Weitere Wechsel sind wahrscheinlich, denn der Einsatz wird wohl noch länger dauern.
Update 9:45 Uhr: Das Feuer ist seit etwa 9 bis 9:15 Uhr unter Kontrolle. Inzwischen ist laut der Feuerwehr Essen kaum noch Rauch zu sehen. Das eingesetzte Schaummittel hat offenbar gegen die starke Rauchentwicklung geholfen. Jetzt konzentrieren sich die Einsatzkräfte darauf, Glutnester zu löschen.
Als mögliche Brandursache kommen Batterien und Akkus in Betracht. Was den Brand am Ende genau ausgelöst hat, muss aber noch die Polizei ermitteln.
Auch das Umweltamt ist weiter vor Ort. Ergebnisse zu möglichen Schadstoffen liegen bislang noch nicht vor. Die Emscherstraße bleibt aber vorerst weiterhin gesperrt. Wann die Sperrung aufgehoben werden kann, ist aktuell noch unklar.
Update 11:30 Uhr: Inzwischen ist das Feuer laut der Feuerwehr Essen so gut wie aus. Es gibt keine Rauchentwicklung mehr, und es seien auch nur noch ganz wenige Glutnester zu erkennen. Die Feuerwehr hat ihre Einsatzkräfte deswegen massiv zurückgezogen. Aktuell ist nur noch ein Löschfahrzeug vor Ort. Trotzdem wird es wohl noch gut 1 1/2 Stunden dauern, bis die Sperrung rund um die Emscherstraße wieder aufgehoben werden kann.
Obwohl es gegen 10:45 Uhr bereits eine Entwarnung durch die NINA-Warn-App gab, bleibt der Umweltalarm weiterhin bestehen. Auf Nachfrage von Radio Essen hat die Stadt Essen bestätigt, dass dieser Alarm vorerst weiterhin gültig bleibt. Aktuell wird noch auf die Auswertung der entnommenen Proben gewartet. Erst nach den Ergebnissen könne man entscheiden, ob der Alarm aufgehoben werden kann oder nicht.
Update 13:45 Uhr: Das Feuer ist endgültig gelöscht, hat ein Sprecher der Feuerwehr gegenüber Radio Essen bestätigt. Die Einsatzkräfte bauen ab und rücken nach fast 11 Stunden vor Ort ab. Die Ergebnisse des Umweltamtes werden so schnell nicht da sein, heißt es noch. Frühestens Mitte nächster Woche könnte das Labor alle Untersuchungen abgeschlossen haben.
Update 16:00 Uhr: Die Stadt Essen hat den Umweltalarm aufgehoben. Eine akute Gefahr vor Ort besteht nicht mehr, heißt es. Anwohner, die Ascheablagerungen in ihren Außenbereichen finden, sollen diese mit Wasser abwaschen. Das gilt auch für die Außenbereiche von Kitas. Die können am Montag wieder regulär öffnen.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) hat verschiedene Proben entnommen, die noch weiter ausgewertet werden.