Boris Johnson und der Brexit aus Essener Sicht

Boris Johnson ist neuer britischer Premierminister und will im Herbst auf jeden Fall raus aus der EU. Lange galt ein ungeordneter Brexit als Schreckensszenario für die deutsche Wirtschaft - inzwischen empfindet die Essener IHK die Hängepartie aber als noch schlimmer. Außerdem haben wir mit Jugendlichen aus der Essener Partnerstadt Sunderland gesprochen. Sie sind von Boris Johnson und seinem harten Brexit-Kurs wenig begeistert.

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Sunderland und Essen bleiben Partnerstädte

Egal wie es mit dem Brexit weiter geht: Essen und Sunderland sollen Partnerstädte bleiben. Das hat die Stadt auf Nachfrage von Radio Essen noch mal bekräftigt. In der Woche vom 22. bis 28. Juli sind Jugendliche aus Sunderland im Nordosten Englands bei uns in Essen zu Gast und haben auch mitverfolgt, wie Boris Johnson als neuer Premierminister bekanntgegeben wurde. Eine der Jugendlichen ist Rianna. Sie hat uns erzählt, dass vor allem viele Jugendliche in Sunderland mit Johnson und seinem harten Brexit-Kurs unzufrieden sind. Unter anderem ärgert sie sich darüber, dass das Reisen vermutlich schwieriger wird, egal ob nach Deutschland, Spanien oder in die Türkei. Viele Briten machen zum Beispiel am Mittelmeer Urlaub. Sie sagt ganz klar: "Der Brexit ist die falsche Entscheidung!"

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Essener Firmenchefs: Harter Brexit verliert den Schrecken

Wirtschaftsexperten und Firmenchefs bei uns aus Essen sehen einen Brexit inzwischen gelassener. Mit Boris Johnsons wird auch ein harter Brexit ohne Handelsabkommen mit der EU wieder wahrscheinlicher. Das galt lange als Schreckensszenario, viele Essener Firmenchefs haben sich aber damit arrangiert, sagt Marc Meckle von der Essener Industrie- und Handelskammer. "Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende", sagt er im Gespräch mit Radio Essen. Die Hängepartie um den Brexit sei Gift für jede Geschäftsentscheidung gewesen, weil man keine Ahnung hatte, ob der Vertrag, den man heute mit britischen Geschäftspartnern abschließe morgen noch gültig sei. Am Besten wäre es natürlich, wenn Großbritannien in der EU bleibt, sagt Meckle. Wahrscheinlich ist das aktuell aber nicht.

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