Blutspendezahlen in Essen gehen zurück

Deutsches Rotes Kreuz, Uniklinik und Haema bei uns in Essen kämpfen mit sinkenden Blutspendezahlen. In den letzten zahn Jahren gab es Einbrüche um rund 25 Prozent. Wir haben über Gründe und Ursachen gesprochen, aber auch über mögliche Lösungen.

© Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Letzte zehn Jahre: Zahlen brechen ein

Die Zahl der Blutspenden bei uns in Essen ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Vor einigen Jahren zählte das Rote Kreuz allein bei uns in der Stadt noch knapp 20.000 Blutspenden im Jahr, letztes Jahr waren es etwa 5.000 weniger. Der Hauptgrund dafür liegt laut DRK in der Zeit. Der Druck im Beruf wächst, immer mehr Menschen pendeln, die Freizeit wird wertvoller. Da konkurriert die Blutspende mit dem Sportverein oder dem Feierabendbier mit Freunden und zieht öfter den Kürzeren. Dazu kommt der demografische Wandel, durch den mehr Menschen zu alt für die Blutspende werden als junge Spender nachkommen. Mit ähnlichen Problemen kämpft auch die Uniklinik in Holsterhausen. Dort gibt es über die letzten rund zehn Jahre einen Rückgang der Blutspendezahlen um etwa zehn Prozent.

Das Deutsche Rote Kreuz bedient etwa drei Viertel des Gesamtbedarfs an Blutspenden in ganz Deutschland.©
Das Deutsche Rote Kreuz bedient etwa drei Viertel des Gesamtbedarfs an Blutspenden in ganz Deutschland.
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Andere Probleme bei Haema: Zu wenig Personal

Bei Haema in der Innenstadt kämpft man aktuell mit einem ganz anderen Problem: Der Fachkräftemangel schlägt auch im medizinischen Bereich voll zu. Seit knapp einem Jahr hat Haema verkürzte Öffnungszeiten. Am Wochenende kann das Blutspendezentrum am Flachsmarkt gar nicht mehr öffnen, unter der Woche nur noch bis 17 Uhr. Damit gehen viele Blut- und Plasma-Spender verloren, die zu der Zeit noch im Büro sind, heißt es. Das Ergebnis auch hier: Die Spendenzahl ist eingebrochen, bei Haema um etwa ein Viertel.

Lösungsansätze: Mehr Werbung und bessere OP-Methoden

Wo das DRK und die Uniklinik auch den demografischen Wandel spüren, hat Haema aktuell keine Schwierigkeiten. Das Durchschnittsalter der Spender liegt dort nach eigenen Angaben bei etwa 30 Jahren. Die Organisation bespielt schon länger auch die Sozialen Netzwerke wie Youtube und Instagram und ist damit anderen Blutspende-Diensten etwas voraus. Das haben auch das DRK und die Uniklinik erkannt und versuchen auch verstärkt mit Werbeaktionen und Social Media-Kampagnen neue Blutspender zu gewinnen. Es gibt aber auch andere Ideen. Wer bei der Uniklinik zum Beispiel einen neuen Spender wirbt, bekommt 10 Euro. Außerdem werden seit einiger Zeit Flüchtlinge gezielt angesprochen. Außerdem arbeitet die Uni gezielt daran, weniger Blut zu verbrauchen, zum Beispiel durch schonendere OP-Techniken. Das DRK versucht aktuell vor allem, das Zeit-Problem zu verkleinern und die Blutspende schneller zu machen. Eine Lösung könnte sein, genauere Termine zu vergeben. Außerdem sollen Blutspenden mehr zum Event werden, zum Beispiel vor Ort bei großen Firmen. Im Juli gab es zum Beispiel schon einen Spendenmarathon mit der Essener Sparkasse.

Blutkonserven werden zum Beispiel bei Operationen benötigt, um den Blutverlust auszugleichen.©
Blutkonserven werden zum Beispiel bei Operationen benötigt, um den Blutverlust auszugleichen.
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Blutspende-Möglichkeiten bei uns in Essen

Wenn Ihr selbst Blut spenden wollt, könnt Ihr das bei uns in Essen neben den mobilen Terminen vor Ort immer auch hier tun:

DRK-Blutspendedienst Essen, Kettwiger Straße 5; Öffnungszeiten und Infos hier.

Uniklinik Essen, Hufelandstraße 55; Öffnungszeiten und Infos hier.

Haema-Blutspendezentrum Essen, Kettwiger Straße 64; Öffnungszeiten und Infos hier.


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