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August Hörerfrage

Unsere Stadt hat viele Geheimnisse...

… aber nicht mehr lange. Eins nach dem Anderen lüften wir bei unserer Radio Essen Hörerfrage. Vielen Dank für viele spannende Hörerfragen. Wer hätte gedacht, weshalb es immer weniger Spatzen in Essen gibt oder welche geheimnisvollen Lichter frühmorgens über die Stadt wandern? Wir haben alle Fragen und Antworten für Sie hier archiviert. Ganz bequem zum Nachlesen und Nachhören.
Da geht bestimmt noch mehr.  

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Mittwoch, 26. August
So sieht die Stattropstraße heute aus
Heute der Parkfriedhof, früher der Hof der Stattrops

Weshalb heißt die Stattropstraße in Huttrop so wie sie heißt? Manuela Stattrop aus Rüttenscheid wundert sich darüber, schließlich heißt sie genauso wie die Straße. Ihr Vater hat ihr erzählt, dass die Straße nach ihrer Familie benannt wurde, weil ihre Vorfahren dort früher gelebt haben. Jetzt will sie wissen: stimmt das?

Antwort:

Die Stattropstraße in Huttrop liegt ganz in der Nähe des Parkfriedhofs. Dort, wo heute der Parkfriedhof ist, lag früher der Hof einer Familie Stattrop. Er wird das erste Mal im Jahr 1332 erwähnt, den Hof gab es aber bestimmt noch länger. Dann taucht der Hof immer wieder in den Geschichtsbüchern auf.

Eine Straße mit dem Namen Stattropstraße gab es das erste Mal am 29.11.1897, sie führte zum Hof der Familie Stattrop.

Die Familie Stattrop verkaufte ihren Hof 1927 an die Stadt Essen. Die legte auf dem Gelände den Parkfriedhof an. Damit wurde auch die Stattropstraße platt gemacht.

Seit 1963 heißt aber eine andere, neu angelegte Straße, ganz in der Nähe zum ehemaligen Hof, Stattropstraße.

Frage 2:

Wer vergibt eigentlich die Straßennamen in Essen und nach welchen Kriterien werden die Namen vergeben? Bei so vielen Fragen zu Straßennamen ist Ute Kügler von der Margarethenhöhe auf diese Frage gekommen. Bei uns in Essen wird ja auch viel gebaut - wer entscheidet gerade bei solchen neu angelegten Straßen über den Namen?

Antwort 2:

Generell ist die Stadt für die Straßennamen verantwortlich. Bei Straßen in einem Stadtteil ist in der Regel die Bezirksvertretung verantwortlich. Nur bei Bundes- oder Landesstraßen muss der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt entscheiden. Bei der Namensvergabe dürfen die Bürger aber auch eigene Vorschläge machen.

Damit eine Straße einen bestimmten Namen bekommt, müssen einige Kriterien erfüllt sein. Die hat der Rat vor gut zwei Jahren aktualisiert und beschlossen. Unter anderem sollen die Namen einen besonderen Wert auf die Geschichte der Stadt, des Stadtteils oder des bestimmten Ortes legen (wie beispielsweise bei der Stattropstraße). Außerdem sollen Straßennamen möglichst kurz sein und es darf sie nur einmal in der Stadt geben (das gilt auch, wenn sie ähnlich klingen wie Lerchen- und Lärchenstraße). Namen können auch nach einer Persönlichkeit benannt werden - die muss aber mindestens seit einem Jahr tot sein. Eine Ausnahme wurde beim Berthold-Beitz-Boulevard gemacht: der erste Teil der Straße wurde 2009 eingeweiht, Berthold Beitz ist aber erst vier Jahre später gestorben.

Dienstag, 25. August

Wo ist die steilste Kurve und der tiefste Punkt in der U-Bahn? Thomas Hopp aus Altenessen fragt sich wo die Bahn die schärfste Kurve nimmt und wo man in den EVAG-Schächten am tiefsten unter der Stadt ist.

Antwort:

Der tiefste Punkt wird am Limbecker Platz erreicht. Auf der -3 Ebene, also da wo die Straßenbahnen 103, oder 101 fahren. Dort ist man etwa 28 Meter unter der Straßendecke. Tiefster Ort bedeutet in dem Fall, dass man dort die meiste Erde über dem Kopf hat, also zwischen sich und der Oberfläche.

 

Die steilste Kurve ist zwischen Martinstraße und Florastraße in Richtung Bredeney. Dort gibt es eine Neigung von weniger als 2 Zentimetern. Das spürt man kaum.

 

Genauso unspektakulär ist übrigens auch die krasseste Steigung: die ist direkt dahinter kurz vor der Haltestelle Alfredusbad. Der Steigungswinkel der "Rampe" beträgt dort 6 Prozent.

Montag, 24. August

Was passiert mit den leerstehenden Gebäuden an der Ernestinenstraße, Ecke Hubertstraße? Jörg Hölter aus Bergerhausen fährt oft dort vorbei und fragt sich, warum dort nichts passiert. Schon seit langem stehen die Gebäude leer und verrotten...

Antwort:

Die Sanierung der Gebäude ist einfach zu teuer, deswegen will die Stadt die Gebäude Anfang 2016 abreißen. Auf der Fläche soll anschließend dann ein Flüchtslingsdorf entstehen, dass im Herbst 2016 fertig sein soll.

Donnerstag, 20. August

Das Gelände der ehemaligen VHS liegt immer noch brach. Gibt es schon Pläne, was dort gebaut werden soll? Tim Schmitz aus Frillendorf fragt sich, ob es dort bald einfach ein paar Parkplätze gibt, oder vielleicht doch noch ein Hotel entsteht.

Und auch andere Essener, die regelmäßig an der ehemaligen VHS vorbeigehen, haben sich schon ihre Gedanken gemacht:

Antwort:

Die Essener Wirtschaftsförderung sucht aktuell nach einem Investor. Das Gelände ist inzwischen baureif. Ursprünglich war es im Gespräch für die Sparkassenakademie - die wird jetzt aber in Dortmund gebaut. Noch gibt es keinen ernsthaften Interessenten, zumindest keine ernsthaften Verhandlungen, heißt es. Die Wirtschaftsförderer wünschen sich einen Investor, der viele Arbeitsplätze schafft. Noch ein Hotel soll aber eigentlich nicht in die Innenstadt kommen, davon würden aktuell schon genug entstehen. Wenn das Gelände in einen Parkplatz umgewandelt würde, wäre es noch schwerer zu vermarkten, sagt die Stadt.

Montag, 17. August

Warum heißt die Straße Eigene Tat in Werden so? Das fragt sich Detlef Kurbjuhn aus Altendorf. Kennen sie überhaupt nicht? Keine Sorge: die Eigene Tat ist eine kleine Straße mitten auf einem Berg in Werden. Die Anwohner sagen, dass früher sogar Taxifahrer den Weg dorthin nicht gefunden haben.

Antwort:

Die Antwort ist denkbar simpel: eine Baugenossenschaft hat die Häuser dort gebaut. Und diese hieß "Eigene Tat". Die interessante Frage die sich daraus ergibt: warum hat sich die Baugenossenschaft so genannt?

Radio Essen-Reporterin Nina Loges hat sich auf Spurensuche begeben. Vor Ort in Werden sponn ganz schön ihr Gedankenkarussell:

Die Siedlungsgemeinschaft Eigene Tat wurde um 1930 in Schonnebeck gegründet. Sie hatte ihren Sitz in der Bredostraße am Wasserturm. Die Mitglieder bauten die Häuser in der Straße mit ihren eigenen Händen, denn sie hatten kein Startkapital. Es war also ihre "eigene Tat". Jedes Mitglied steckte um die 1005 Arbeitsstunden in den Häuserbau. Es hat sich gelohnt: als die Baugenossenschaft professioneller wurde und Mitglieder mit Startkapital bekam, bauten sie viele Häuser und Straßen bei uns in Essen. Mittlerweile gibt es die Baugenossenschaft Eigene Tat nicht mehr. Sie ist in verschiedene Gesellschaften aufgegangen und gehört heute zur GeWoBau.

Montag, 10. August

Warum muss ich Kirchensteuer zahlen, obwohl ich nicht getauft wurde? Das ist Julian Kranz passiert. Er ist als Kind nicht in die Kirche eingetreten (das passiert ja durch die Taufe). Trotzdem hat er auf seiner Lohnsteuerkarte gesehen, dass er Kirchensteuer abgeben musste.

Antwort:

Diese Frage war gar nicht so leicht zu klären. Wir haben überall nachgefragt: bei der Stadt, beim Bistum, beim Amtsgericht und beim Finanzamt. Keiner wusste alles, jeder konnte aber ein Stückchen zur Lösung beitragen!

Kirchensteuer zahlt man eigentlich nur, wenn man Mitglied der Kirche ist. Dies geschieht durch die Taufe. Dazu gibt es ein Taufbuch und das bekommen auch alle wichtigen Ämter, zum Beispiel das Amtsgericht. Dann wird man eingetragen und auf der Lohnsteuerkarte wird in einem kleinen Feld vermerkt welcher Religion man angehört. Im Fall unseres Hörers gibt es kein Taufbuch und auch in der Redaktion haben wir zwei Mitarbeiter, die nicht getauft wurden und trotzdem Kirchensteuer zahlen mussten.

Es kann durch Fehler passieren, dass man fälschlicherweise eingetragen wird. Zum Beispiel bei einem Umzug in eine andere Stadt, oder wenn Dokumente verloren gehen. Normal ist das aber nicht. Eine andere Erklärung haben wir nicht bekommen. Wenn man fälschlicherweise Kirchensteuer bezahlt, kann man sich kostenlos abmelden. Für alle anderen kostet es 30 Euro. In Essen melden sich immer mehr Menschen von der Kirche ab. Allein letztes Jahr sind 1.800 Essener aus der katholischen Kirche ausgetreten. Bei den Protestanten waren die Zahlen ähnlich.

Dienstag, 04. August
Schlaglöcher noch und nöcher

Warum wird die Heisinger Straße nicht saniert? Rainer Ekkert aus Burgaltendorf muss jeden Tag zur Arbeit über die Heisinger Straße brettern. Und die ist in einem schlechten Zustand. Jetzt will er wissen, warum sich dort nichts tut.

In diesem Zusammenhang stellt uns Rainer Friedrich aus Frillendorf die Frage: gibt es einen Renovierungsplan für Essener Straßen?

Wir wollten wissen: wie schlimm ist die Fahrt wirklich? Stunt-Reporterin Nina Loges hat den wilden Ritt über die Heisinger Straße gewagt.

Antwort:

Den schlimmen Zustand der Straße hat die Stadt auf dem Schirm. Zur Zeit sind dort aber noch Kanalarbeiten der Stadtwerke. Wie lange die dauern, ist nicht klar. Erst danach können Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. So will die Stadt Doppelarbeiten vermeiden. So wird es bei allen Bauarbeiten in der Stadt gehandhabt. Jedes Jahr investiert die Stadt 5 Mio. Euro in die Sanierung von Hauptverkehrsstraßen. Dafür gibt es einen genauen Plan wann, was passiert. Der nennt sich "Erhaltungsprogramm der Hauptverkehrsstraßen". Die Reihenfolge der Bearbeitung ist abhängig davon, wie stark eine Straße beschädigt ist.

Montag, 03. August

 

Warum fährt die S 9 nicht mehr nach Wuppertal?

Diese Frage hat uns unser Hörer Marius Ziel gestellt.

Antwort:

In Wuppertal am Hauptbahnhof saniert die Bahn gerade ein Stellwerk. Das dauert noch bis zum 22. September. Bis dahin fährt die S 9 teilweise gar nicht oder es werden auch teilweise Busse als Ersatz zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Wuppertal-Hauptbahnhof eingesetzt. Hier die Informationen: http://bauarbeiten.bahn.de.

Mehr Hörerfragen finden Sie hier:

Hier geht es zurück zu allen Hörerfragen aus dem Jahr 2015. Viel Spaß beim Stöbern!

 

 


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