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Die Rentnerin

Was beschäftigt Sie im Moment besonders?

Wie bei allen älteren Menschen die Rente. Gibt es weniger, gibt es mehr und vor allem: Wie kommen Menschen, die weniger Rente haben als ich über die Runden? Wer fängt sie auf? Es wird immer viel versprochen von den Politikern, aber es kommt nicht unten an.

Mussten Sie Ihren Lebensstandard zurückschrauben, als Sie in Rente gegangen sind?

Ja, besonders als mein Mann gestorben ist musste ich einige Abstriche machen. Ich musste zum Beispiel mein Auto abgeben, weil ich mir das nicht mehr leisten konnte. Aber im Moment geht es, ich bin zufrieden. In meinen Seniorenkreisen sieht es teilweise anders aus. Einige kommen schlecht über die Runden und können sich manchmal nicht mal eine Tasse Kaffee leisten. Von Urlaub ganz zu schweigen, das geht bei mir auch nicht. Die täglichen Ausgaben sind zum Teil so hoch geworden, dass man wirklich gucken muss, was man noch bezahlen kann.

Wie war das denn für Sie, als Sie dann zum Beispiel Ihr Auto verkaufen mussten? Gerade wenn man älter wird ist man ja meistens froh, wenn man nicht alles zu Fuß erledigen muss.

Das war sehr deprimierend und ich habe sehr darunter gelitten, dass ich einen Teil meiner Selbstständigkeit abgeben musste. Man kommt sich so vor, als wäre man nur noch geduldet und das war's.

Haben Sie das Gefühl, dass sich die Politiker ausreichend um ältere Menschen und das Thema Rente kümmern?

Offiziell ja, aber es kommt wenig unten an. Es wird viel versprochen, besonders in Zeiten der Wahlen, aber die Menschen fühlen sich alleingelassen. Auch im Gesundheitswesen. Wenn ich überlege, wie viel die Menschen selbst zahlen müssen – dann entsteht da eine große Lücke im Portemonnaie.

Was meinen Sie denn, was die Politik bei der Rente verändern sollte?

Die jährliche Anhebung der Rente reicht eigentlich nicht aus. Es müsste vielleicht noch besondere Töpfe geben, wo Menschen, denen die Rente nicht reicht, individuell Hilfe bekommen können. Dass das nicht einfach ist, kann ich mir vorstellen, aber wir haben früher so viel gearbeitet und sind quasi in Vorkasse getreten. Heute werden Alleinerziehende zum Beispiel unterstützt. Das gab’s bei uns früher nicht. Wir haben das also früher aus eigener Tasche bezahlt, kriegen aber heute nichts dafür.

Warum ist es für Sie wichtig bei der Bundestagswahl Ihre Stimme abzugeben?

Ich bin mir noch gar nicht sicher, ob ich meine Stimme abgebe. Ich warte jetzt erstmal ab, was sich im Wahlkampf alles tut und wer was verspricht.

Welche Frage würden Sie den Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl gerne einmal stellen?

Was würdet ihr konkret tun, um die Situation der Rentner mit wenig Geld zu verbessern?

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