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Die Ausgewanderte



Seit wann leben Sie in den USA?

Seit Anfang des Jahres.

Wie lange planen Sie noch dort zu bleiben bzw. haben Sie einen Plan irgendwann nach Deutschland zurück zu kommen?

Geplant ist aktuell, dass ich für drei Jahre in Chicago bleibe und danach gibt es die Möglichkeit, meinen Aufenthalt hier noch zu verlängern.

Was beschäftigt Sie im Moment besonders?

In meinem privaten Leben sind mir das Reisen und das Kennenlernen neuer Kulturen wichtig. Damit sind auch einfache Einreisen in verschiedene Länder für mich ein Thema, oder ob es irgendwo Unruhen gibt. Bei den politischen Themen geht’s mir aktuell vor allem um die Rente. Auch wenn ich erst 27 bin, mache ich mir ehrlich gesagt Sorgen um meine Rente in Deutschland.  Wenn man sich die aktuelle Demografie anguckt und dann das Rentensystem, dann passt das nicht mehr ganz zueinander. Ich vermisse von unserer Politik da leider ein bisschen den Weitblick.

Inwiefern spielt die deutsche Politik für Sie eine Rolle?

So einen großen Einfluss hat sie natürlich aktuell nicht für mich, den hat eher die lokale Politik hier in den USA. Aber trotzdem mache ich mir ja Gedanken um meine Zukunft, deshalb interessiere ich auch für die deutsche Politik und welche Entscheidungen in den nächsten Jahren getroffen werden.

Sie sind ja erst nach der letzten Präsidentenwahl in die USA gezogen, haben Sie trotzdem etwas von dem Wahlkampf mitbekommen?

Ja, ich war drei Wochen vor der Wahl in den Staaten und habe mir Wohnungen angeguckt und habe dann sozusagen alles hautnah miterlebt. Der Wahlkampf ist auf jeden Fall anders als in Deutschland, was auch am Wahlsystem liegt, also zum Beispiel daran, dass man zwar den Präsidenten wählt und nicht wie in Deutschland eine Partei, dafür aber noch die Wahlmänner dazwischen stehen. Da schon feststand, dass ich in die USA ziehe, habe ich mich natürlich sehr für die Wahl interessiert, habe sie allerdings auch überwiegend in den deutschen Medien verfolgt.

Wie finden Sie es, dass Donald Trump Präsident geworden ist? Viele US-Einwanderer stehen ihm ja kritisch gegenüber.

Es war definitiv nicht die Wahl, die ich getroffen hätte, wenn ich in den USA gewählt hätte. Ich muss auch sagen, dass sich meine persönliche Meinung zu ihm hat in den letzten neun Monaten nicht geändert hat, sondern eher bestätigt. Aber dadurch dass man hier lebt, versteht man zu einem gewissen Grad ein bisschen besser, warum sich einige Teile der Bevölkerung für Trump entschieden haben.

Wenn alles läuft wie geplant, leben sie fast bis zur nächsten Bundestagswahl in den USA. Warum ist es denn trotzdem wichtig für Sie bei der Bundestagswahl Ihre Stimme abzugeben?

Grundsätzlich bin ich sehr froh darüber, dass ich als Deutsche die Möglichkeit habe zu wählen, denn ich weiß, dass in vielen anderen Ländern der Welt nicht alle Menschen die Möglichkeit dazu haben und auch dafür kämpfen. Deshalb möchte ich meine Stimme auch nutzen.

Würden Sie auch wählen, wenn Sie planen würden für immer im Ausland zu bleiben?

So lange ich deutsche Bundesbürgerin bin auf jeden Fall. Man weiß ja nicht, was in der Zukunft passiert. Vielleicht geht man ja doch irgendwann wieder zurück in sein Heimatland.

Welche Frage würden Sie den Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl gerne mal stellen?

Ob es geplant ist, das Rentensystem im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel zu überdenken und zwar über die Legislaturperiode von vier Jahren hinaus.

 

 

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