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Top-Ruhrpottsprüche

Datt gibbet doch gar nich! Doch! Wir ham datt Beste vom Besten! 

Dank unserer viele Radio Essen Hörer und Facebook-Nutzer haben wir über 1000 Kommentare und Beiträge zum Thema "Ruhrpottsprache" bekommen. Wir haben deshalb die besten Sprüche und Begriffe herausgesucht und die beliebtesten zusammengefasst. Werner Boschmann, der selbst schon Bücher über das Ruhrgebiet geschrieben hat, erzählt zu jedem Wort und Spruch kurz etwas zu Herkunft, Bedeutung oder auch eine ganz persönliche Erinnerung dazu.

 

Top 10 Ruhrpott-Wörter

Top 5 Ruhrpott-Sprüche

Platz 1: "Hömma"

DAS Wort des Ruhrpottdeutschs. "Hömma" wird oft benutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. "Hömma" steht meist am Satzanfang, kann aber auch am Satzende stehen. Beispiel: "Hömma, hasse datt mitbekommen?" oder "Hasse datt mitbekommen, hömma?". Effektiver ist oft die erste Variante. Mit der richtigen Betonung wird einem sofort Aufmerksamkeit geschenkt.

Platz 1: "Komma bei mich bei!"

Herrlicher grammatikalischer Totalschaden. Um den Satz komplett zu analysieren, fehlen Zeit und Raum. Vor allem wenn noch das Wort "Omma" dazu kommt: "Komma wacker bei die Omma bei". Obwohl bei diesem Klassiker so viel falsch läuft, versteht trotzdem jeder Ruhrie, was gemeint ist. Für alle die, die nicht verstehen, worum es geht, hier die Übersetzung: "Komm' mal bitte schnell zu mir!"

Platz 2: "Knifte"

Stellvertretend für viele Begriffe, die das Butterbrot beschreiben. Dazu gehören auch "Dubbel", "Stulle" und "Bütterken". Wird meist mit Wurst oder Käse belegt. Auf Baustellen sind auch oft Kniften mit "Maurermarmelade", also Zwiebelmett, zu finden.

Platz 2: "Mach die Mäh ma ei!"

Erst mal müssen die einzelnen Wörter übersetzt werden. "Mäh" heißt Schaf. "Ei machen" heißt streicheln. Jetzt wird deutllich, was gesagt werden soll. "Ei machen" ist Kindersprache, die fast ausschließlich nur von Erwachsenen benutzt wird. Hier fordert ein Erwachsener ein Kind auf, das Schaf zu streicheln. Oft würde das Kind diesen Befehl aber auch in normaler Sprache verstehen.

Platz 3: "Dat Mopped"

"Das Mopped" hat zwei Bedeutungen. Zum einen ist das Mofa, also das kleine Motorrad, gemeint. Auf der anderen Seite ist das "Mopped" ein Universalbegriff für viele Gegenstände. Vor allem für die Gegenstände, dessen Name einem zwar auf der Zunge liegt, aber aus Faulheitsgründen einfach auf das "Mopped" ausgewichen wird. Beispiel: "Gimma bitte das Mopped da vorne!" - Könnte jeder Gegenstand sein, deshalb ist es wichtig, dass der Gesprächspartner noch mal nachfragt, was gemeint ist.

Platz 3: "Jetzt is Schicht im Schacht!"

Wohl der Spruch mit dem besten Bezug zum Ruhrgebiet. "Schicht im Schacht" hieß Untertage "Feierabend". Auch heute ist "Schicht im Schacht" die Bedeutung für etwas, das zu Ende geht. Das kann sowohl positiv ("Ich habe für heute Schicht im Schacht auffe Maloche), als auch negativ sein ("So Kinners, für heute is Schicht im Schacht, ab inne Pofe!").

Platz 4: "Dat Blach"

Eher negative Bezeichnung für das Kind. "Blach" wird oft abwertend aufgefasst. Es beschreibt ein unerzogenes und unhöfliches (kleines) Kind, dass gegen viele Regeln verstößt und einfach nur nervig scheint. Vorrangig Erwachsene regen sich ständig über das Blach auf.

Platz 4: "Dann hat dein Föttken Kirmes!"

"Föttchen" heißt Po. Kirmes dürfte klar sein. Und jeder, der schon mal auf einer Kirmes war, weiß, was da los ist. Wilde Achterbahnen und bunte Lichter, viele Farben. Nicht zu vergessen: "Hau den Lukas". "Dann hat dein Föttchen Kirmes!" ist wohl eher als Drohung zu verstehen.

Platz 5: "Fisimatenten"

Oft falsch ausgesprochen. Zum Beispiel: "Mach ma keine fiesen Matenten!". Der Sinn bleibt trotzdem erhalten, denn "Fisimatenten" bedeutet "Blödsinn". Keiner weiß, woher der Begriff kommt, er war wohl irgendwann einfach da.

 

 

Platz 5: "Wie geht et? Muss."

Ein Klassiker des Smalltalks. Die Betonung liegt aber eher auf "Small" als auf "Talk". "Wie geht et? Muss." geht immer. Die Antwort "Muss" bietet viel Raum für Interpretationen. Von "Mir geht es ganz gut" bis "Mir geht es nicht so gut" ist alles dabei. Meist folgt deswegen eine weitere Frage. Sie lautet dann oft: "Watt heißt muss?". Abgezockte Typen antworten dann "Muss eben."

Platz 6: "Klümpkes"

"Klümpkes" ist die liebevolle Bezeichnung von "Bonbons". "Klümpkes" gibt es an der "Bude" zu kaufen und sind für wenige "Ocken" zu haben. Darüber freut sich jedes Kind und kaum ein Zahnarzt.

Platz 7: "Pittermesser"

Auch "Hümmelken" genannt. Ist ein kleines Messer zum Schälen und Schneiden von Obst und Gemüse. Wird aber auch oft dazu benutzt, Verpackungen zu öffnen oder Dreck von Gegenständen abzukratzen. Das "Pittermesser" ist also ein richtiges Universalwerkzeug.

Platz 8: "Komma"

Häufig auch in Verbindung mit dem Wort "her". Also: "Komma her!". Kann aber auch beliebig erweitert werden. Zum Beispiel: "Komma bitte eben kurz her zu die Omma!". "Komma" ist die Kurzform von "Komm' mal" und ein Imperativ, also eine Befehlsform.

Platz 9: "wacker"

"Wacker" heißt so viel wie "schnell". Wird aber kaum noch ernsthaft benutzt, außer wenn es wirklich wichtig ist, wie zum Beispiel hier: "Komma wacker nache Omma, da gibbet Kränzchen!" Wacker wird hier benutzt, um dem Gesprächspartner Druck zu machen, dass er sich schleunigst zu seiner Großmutter bewegen soll.

Platz 10: "Dat Schoss"

Gemeint ist die Schublade. Oft wird "Schoss" auch in Verbindung mit folgendem gebracht: "Du hast doch ein Schoss auf!" Das meint wiederum, dass jemand nicht alle Tassen im Schrank hat, also verrückt oder bekloppt ist.

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