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Ungeziefer

Ameisen im Garten, auf dem Balkon oder gar im Haus stören nicht nur, wenn Sie auf dem Kuchen rumkrabbeln. Ameisen haben eine sehr gute Nase, Essensreste sollten Sie deshalb immer gut wegräumen. Das heißt den Boden von runter gefallenen Bratwurstresten befreien, Essen im Kühlschrank luftdicht verpacken (Ameisen lassen sich selbst von der Kühlschrankdichtung nicht immer aufhalten) und Fressnäpfe der Haustiere nicht neben die Gartentür stellen.

Sind die Ameisen einmal da, gibt’s eine Menge Hausmittel. Das bekannteste ist wohl das Backpulver. Das hilft zwar – ist aber eher was für Tierquäler. Die Ameisen fressen das Backpulver und quellen auf bis sie irgendwann platzen.

Besser ist das zum Beispiel eine Kreidebarriere. Einen dicken Kreidestrich da aufmalen, wo die Ameisen sonst herlaufen- fertig. Angeblich laufen die kleinen Krabbeltiere da nicht drüber.

Sie können auch bestimmte intensiv riechende Gewürze oder Kräuter auf der Ameisenstraße verteilen, zum Beispiel Knoblauch, Thymian, Nelken, Zimtpulver oder Zitrone. Das stört den Orientierungssinn der Ameisen und sie laufen irgendwann woanders her.

Als Tierfreund können Sie die Ameisen auch umsiedeln. Füllen Sie dafür einen Blumentopf, Eimer oder ähnliches mit Erde oder Holzwolle, stellen Sie ihn umgekehrt auf das Ameisennest und warten Sie, bis die Ameisen dort eingezogen sind. Mit einem Spaten können Sie den Topf dann woanders hintragen.

Foto: Pixabay/Roverhate

Wenn die Temperaturen nicht nur draußen beachtliche Werte erreichen, sondern auch die Küche zur Sauna wird, dann wird der Obstteller gleich zu einem neuen Zuhause. Über Nacht wird aus ein paar einzelnen Fruchtfliegen schnell ein ganzer Schwarm der kleinen Plagegeister. Damit gehen sie nicht nur Abiturienten auf die Nerven, die mit Hilfe der Drosophila melanogaster Genetik büffeln müssen, sondern auch allen, die gern Trauben, Pfirsiche und Co essen.

Ein einziges Fruchtfliegenweibchen kann bis zu 400 Eier auf einmal ablegen – das machen sie am liebsten auf oder im Obst. Viel dagegen unternehmen, dass die Fruchtfliegen ins Haus kommen, können wir nicht, da sich oft schon Eier am Obst befinden, wenn wir es kaufen. Auch faulendes Obst, offen stehende süße Getränke und Obstreste im Mülleimer können dazu führen, dass sich die Fruchtfliegen rasend schnell vermehren. Geschirr sollte deshalb am besten schnell abgespült und der Müll regelmäßig geleert werden.

Also was tun? Zur Chemiekeule muss man bei Fruchtfliegen in der Regel nicht greifen. Als erstes kann es helfen, das Obst im Kühlschrank zu lagern, besonders im Hochsommer. Als Hausmittel gegen Fruchtfliegen wird oft eine aufgeschnittene Orange oder Zitrone empfohlen, in die Gewürznelken gesteckt werden und die dann bene die Obstschale gelegt wird. Unsere Erfahrung ist aber, dass es nicht besonders hilfreich ist. Gute Erfahrungen haben wir gemacht mit einem Glas Saft oder Essig, in dem ein paar Tropfen Geschirrspülmittel verrührt sind. Saft beziehungsweise Essig lockt die Fruchtfliegen an, das Spülmittel zerstört die Oberflächenspannung der Flüssigkeit, die Fliegen ertrinken deshalb darin. Diese Methode beseitigt die Fliegen effizient, ist umweltfreundlich und billig.

Bei der Beseitigung der Fruchtfliegen helfen auch fleischfressende Pflanzen, wie etwa Fettkraut oder Sonnentau.

Mehlwurm; Foto: Flickr/OaklyOriginals

Der Name verrät’s schon: Mehlwürmer und Mehlkäfer tauchen in der Regel in Mehl, Getreide- und Backwaren auf. Mehlwürmer sind die Larven des schwarzen Mehlkäfers und sie sind sehr weit verbreitet. Keine Sorge – wenn bei Ihnen mal Melwürmer auftauchen sollten, heißt das nicht, dass Sie unsauber sind. Manchmal schleppen wir die Eier schon mit dem Einkauf von Mehl, Cornflakes, Müsli oder Vogelfutter ins Haus, oder das Mehl stand einfach zu lang im Vorratsschrank rum. Oft entdecken wir die kleinen Eier gar nicht, sondern wir bemerken den Befall erst, wenn sich die Mehlwürmer bereits vermehrt haben. Schlimm oder für uns schädlich sind sie nicht, Mehlwürmer sind sogar eigentlich eine gute Proteinquelle. Trotzdem wollen nicht nur Vegetarier auf die Mehlwürmer in Kuchen und Brot verzichten.

Vorbeugen können Sie, indem Sie Mehl und andere trockene Getreidevorräte in verschließbaren Behältern lagern. Selbst wenn dort mal Mehlwürmer auftauchen, können diese sich nicht im ganzen Vorratsschrank ausbreiten. Wer ganz sicher gehen will kann sein frisch gekauftes Mehl auch in einem Gefrierbeutel für vier Tage einfrieren, damit eventuell vorhandene Eier und Käfer vernichtet werden.

Mehlkäfer

Befallene Lebensmittel sollten Sie sofort entsorgen, bringen Sie die Lebensmittel direkt raus in die Mülltonne. Danach sollten sie alle Packungen und Tüten im selben Schrank auf einen weiteren Befall untersuchen und den Schrank anschließend aussaugen und mit warmem Essigwasser auswaschen. Den Staubsaugerbeutel bringen Sie am besten auch sofort raus in die Mülltonne. Tipps gegen einen erneuten Befall sind Lorbeerblätter, die in Behälter gelegt werden und das Auswischen der Schränke mit Eukalyptus- oder Teebaumöl. Nach zwei Wochen sollten Sie Ihre Vorräte noch mal kontrollieren, um sicher zu gehen, dass bei Ihnen wirklich keine Mehlwürmer mehr zur Untermiete wohnen.

Silberfische sind keine Fische, sondern Insekten und heißen deshalb eigentlich Silberfischchen. Sie lieben es feucht und warm – deshalb machen sie sich oft in Badezimmern, Kellern und Waschküchen breit. Manchmal werden sie aber regelrecht zur Plage und krabbeln auch in andere Räume. Weil sie nachtaktiv sind, entdeckt man sie oft nur in den Abend- oder frühen Morgenstunden.

Damit Silberfische gar nicht erst auftauchen sollten kaputte Rohre repariert oder ausgetauscht werden, Nischen, Ritzen und Spalten im Raum abgedichtet und Probleme mit der Luftfeuchtigkeit gelöst werden. Auch leicht abgelöste Tapeten können den Silberfischchen als Schlupfwinkel dienen. Da sie es wie gesagt feucht und muckelig warm mögen, hilft auch ein trockenes und kühles Raumklima, Schlafzimmer sollten morgens und abends gelüftet werden.  Haustierfutter sollte über Nacht am besten nicht offen auf dem Boden stehen, da sich auch die Silberfische gern daran bedienen. Zumindest sollten Sie den Boden neben den Futternäpfen vor dem Schlafengehen noch einmal sauber machen. Auch Hautschuppen und Haare futtern die Silberfische gern, deshalb sollte vor allem das Badezimmer regelmäßig gereinigt werden.

Sind bei Ihnen Zuhause nur ein paar Silberfische unterwegs, dann reicht es meistens zu Hausmitteln zu greifen. Durch sie werden die Insekten allerdings nicht getötet, sondern nur vertrieben.

Frischen Lavendel und Zitronensaft mögen sie angeblich gar nicht, deshalb kann der dabei helfen, die Silberfische zu vertreiben. Einfangen können Sie sie zum Beispiel mit aufgeschnittenen Kartoffeln, feuchten Tüchern, die mit Zucker oder Mehl bestäubt sind oder einer kleinen Pappschachtel, in der etwas Honig ist. Legen Sie mehrere Tage hintereinander die Lockfallen aus und sammeln Sie sie morgens wieder ein und entsorgen sie. In befallene Ritzen, in denen die Silberfische legen, können Sie eine Mischung aus Zucker und Backpulver streuen.

Helfen Ihnen diese Hausmittel nicht, können Sie sich auch Köderdosen oder Silberfischfallen besorgen. In denen befinden sich Futter, das die Silberfische anlockt und Gift, dass sie dann tötet. Wenn auch diese biologischen Fallen nicht helfen, dann bleibt nur die Chemiefalle, da die aber vor allem für Kinder und Haustiere nicht ganz ungefährlich ist wenden Sie sich damit am besten an einen Schädlingsbekämpfer.

Foto: Pixabay

Kaum steht im Sommer der Kuchen auf dem Gartentisch, sind sie auch nicht mehr weit: Wespen. Was eigentlich alle wissen: man sollte nicht nach ihnen schlagen oder sie anpusten, das macht sie aggressiv. Was viele machen: nach ihnen schlagen oder sie anpusten. Wir haben aber bessere Lösungen, um die Wespen zu vertreiben.

Als Hausmittel wird zum Beispiel Haarspray gehandelt, damit rund um den Esstisch sprühen - allerdings ist fraglich, wie lang das hält und wenn es eher nach einem süßlichen Parfüm riecht, dann werden die Wespen eher noch angelockt. Dann probieren Sie es vielleicht doch besser mit Knoblauch, Basilikum oder Teebaumöl, auch die sollen die Wespen vertreiben. Als Hausmittel gilt auch eine aufgeschnittene Orange, in der Gewürznelken stecken - zumindest bei Fruchtfliegen haben wir damit keine besonders positiven Erfahrungen gemacht und zweifeln deshalb auch an der Wirkung auf Wespen.
   

Am besten hilft vermutlich die so genannte Ablenkungsfütterung. Ja, Sie lesen richtig: Sie sollen die Wespen füttern. Am besten aber nicht direkt neben dem Grill oder dem Gartentisch, sondern in einer Ecke, wo Sie sich nicht so viel aufhalten. Da legen Sie dann was für die Wespen zu fressen aus, die lernen das und fliegen dann in Zukunft direkt ihren Futterplatz an - statt Ihren Teller. Am besten legen Sie zum Beispiel Trauben oder reife Bananen aus, auf Marmelade und Honig sollten Sie verzichten - die machen die Wespen aggressiv.

Damit Sie keine Wespe verschlucken, wenn sich doch mal eine in Ihr Getränk verirrt, nehmen Sie draußen am besten einen Strohhalm, Kindern sollten Sie nach dem Essen direkt den Mund abwischen, damit auch davon keine Wespen angezogen werden.

Von Wespenfallen, die mit Saft oder Bier gefüllt  sind, rät unter anderem der Naturschutzbund NABU ab. Die meisten Tiere würden dort eh nicht reinfliegen, die die es doch tun, ertrinken in der Flüssigkeit.

Sind Sie doch mal gestochen worden, dann soll zum Beispiel eine halbierte Zwiebel helfen, die sie auf den Stich drücken, oder ein Kühlgel aus der Apotheke.


Aber was, wenn sich die Wespen am eigenen Haus ein Nest gebaut haben?

Viele wollen das Problem gerne schnell loswerden, gerade wenn die Wespen ihr Nest direkt am Fenster, an der Regenrinne oder an der Terrasse gebaut haben. Aber: Das kann böse ausgehen.

Wer das Nest selbst abnimmt oder sogar mit einem Gegenstand abschlägt, kann sich selbst und die Umgebung in Gefahr bringen. Denn in so einem Wespennest sind tausende Tiere, die alle stechen können und das auch tun, wenn sie sich bedroht fühlen.

Entfernen Sie das Nest deshalb auf keinen Fall selbst, sagt der Naturschutzbund NABU: Wespen und auch Hornissen stehen außerdem unter Naturschutz und dürfen nicht einfach getötet werden. Wer sich durch das Wespennest bedroht fühlt und Sorge um sich selbst und seine Kinder hat, sollte am Besten einen Profi dazu holen. Der siedelt das Nest dann professionell um, so dass niemand verletzt wird - weder Mensch, noch Tier.

 

Foto: Pixabay

Hornissen sind die großen Schwestern der Wespen. Weil sie aber eher wenig Kontakt zu Menschen suchen, sieht man sie viel seltener als Wespen. Hornissen sind Fleischfresser, sie fressen am liebsten andere Insekten, auch Wespen und würden deshalb nur auf einem gedeckten Kuchentisch landen, wenn es dort genügend Wespen und Fliegen zum Fressen gibt. Kuchen, Obst oder süße Säfte rühren die Hornissen dagegen nicht an.

Hornissen sind, entgegen ihrem Ruf, eigentlich sehr friedliebende Tiere und gehen Menschen nach Möglichkeit aus dem Weg. Sie werden nur aggressiv, wenn man sie quetscht oder ihrem Nest unvorsichtig zu nahe kommt. Dabei sind sie nicht so gefährlich und giftig, wie von ihr gesagt wird. Ihr Stich und Gift sind dem der Wespe sehr ähnlich.

Ihr Nest bauen Hornissen am liebsten an dunklen, regengeschützten Orten, wie zum Beispiel  Baumhöhlen, Vogelnistkästen, Dachböden oder Geräteschuppen. Wer Hornissen auf seinem Grundstück hat, sollte Rasenmähen mit einem elektrischen Mäher in der Nähe des Nests vermeiden. Auch Anatmen und Anpusten könnten die Hornissen als Angriff deuten.

Wer das Hornissennest loswerden möchte, muss sich an einen Profi wenden und zusätzlich eine Genehmigung einholen. Die Hornisse ist in Deutschland eine geschützte Art und darf nur ausnahmsweise umgesiedelt werden.

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