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Tipps für den Garten

So langsam wird es wärmer, die Sonne kommt öfter mal durch. Hobbygärtner strömen jetzt wieder in die Gärtnereien und Baumärkte um ihre Gärten und Balkone fit zu machen. Wir haben hier einige Tipps und Tricks gesammelt. 

Gärtnern für Dummies

Kein grüner Daumen? Kein Problem! Gärtner Torsten Hamacher aus Schönebeck hat uns verraten, wie sie auch als Amateur Ihren Garten oder Balkon aufhübschen können.

Welche Blumen?

Blumen sollten Sie nicht nur nach Ihrem Aussehen aussuchen, sondern auch danach, wo Sie sie einpflanzen wollen. Manche brauchen viel Sonne, andere viel Schatten. Auch der Boden ist entscheidend. Blumenerde sollten Sie nicht nur kaufen, wenn die Blumen im Topf oder Kasten landen, sondern auch, wenn Sie sie im Garten einsetzen. So haben die Blumen frische Erde mit vielen Mineralstoffen und können gut wachsen.

Wer nicht so viel Arbeit mit den Pflanzen haben will kann zum Beispiel Azalleen, Rhododendron oder Rosen pflanzen, die sind besonders pflegeleicht.

Azalee
Rhododendron
Geranien

Für den Balkon eignen sich besonders gut Begonien, Geranien und Petunien. Petunien mögen's gern schattig, sie eignen sich also besonders gut, wenn Sie nicht so viel Sonne auf dem Balkon haben. 

Vor allem bei Balkonpflanzen sollten Sie nicht zu viel gießen. Wenn die Blumen im Wasser stehen, dann können Sie schnell kaputt gehen. Torsten Hamacher empfiehlt deshalb einen Wasserauffangbehälter unter Kästen und Töpfen, so haben die Blumen immer genug Wasser, ohne dabei zu ertrinken. Außerdem sollten Sie einen Wasserstandsmesser benutzen, der Ihnen anzeigt, wann Sie wieder gießen sollten.

Wenn Sie noch Blumen und Sträucher aus dem letzten Jahr haben, dann können Sie gucken, ob Sie nochmal kommen oder hinüber sind. Bei Pflanzen, die nochmal wachsen sollten im Mai die ersten Sprösslinge rauskommen, dann können Sie alte, braune und vetrocknete Teile einfach abschneiden. Allerdings sollten Sie nicht zu viel abschneiden. Vor allem bei der deutschen Standardhecke, der Tuja-Hecke, stutzen viele Hobbygärtner so viel, dass vom Strauch kaum noch was übrig ist.

Tipps gegen...

Schnecken

Die beste Methode, um die Schnecken aus dem Garten zu bekommen ist angeblich das Absammeln. Wem das zu anstrengend ist, der kann aber auch auf eine Reihe an Hausmitteln zurückgreifen. Dafür können Sie sich zwei besondere Charakteristika der Schnecke zu Nutze machen: Sie brauchen Feuchtigkeit und mögen glatte Oberflächen. 

Starten wir mit der Feuchtigkeit. Die Blumen abends zu gießen ist eine schlechte Idee. Denn Schnecken sind nachtaktiv. Ist die Erde rund um Blumen und Gemüse also nachts nass, dann wird den Schnecken die Futtersuche schon mal deutlich erleichtert. Das heißt: besser morgens gießen. Außerdem sollten Sie die Pflanzen alle einzeln gießen, statt alles großflächig nass zu machen, so entstehen keine „Straßen“ zwischen den Pflanzen. Zusätzlich können Sie Kalk oder Sägemehl um die Beete streuen – hilft allerdings auch nur bis zum nächsten Regen.

Wetterbeständig sind hingegen Eier- und Muschelschalen. Sie sind spitz und halten dadurch die Schnecken mit ihrer empfindlichen Oberfläche davon ab weiterzukriechen.

Außerdem ist Koffein schlecht für die Schnecken. Sie können Kaffeesatz um ihre Blumen verteilen, oder die Blätter mit starkem Kaffee besprühen, auch das soll die Schnecken fern halten.

So wenig sie Kaffee mögen, umso mehr mögen sie Bier. Das bekannteste Hausmittel gegen Schnecken ist deshalb vermutlich auch die Bierfalle. Nehmen Sie dafür einen leeren Joghurtbecher, graben Sie ihn im Boden ein und füllen Sie ihn mit Bier. Das lockt die Schnecken an, die dann in den Becher fallen und ertrinken. Das kann aber auch dazu führen, dass noch mehr Schnecken angelockt werden.

Auch das Ausstreuen von Salz ist nicht empfehlenswert. Es ist schlecht für den Boden und auch andere Tiere. Außerdem werden die Schnecken so qualvoll ausgetrocknet.

Naturschützer empfehlen deshalb eher auf natürliche Fressfeinde zu zählen, also zum Beispiel Igel, Vögel oder Kröten. Die fühlen sich besonders in naturähnlichen Gärten wohl. Wer zu viel Unkraut jätet wird die also nicht bei sich ansiedeln. Hühner- und Entenhalter haben übrigens auch selten ein Schneckenproblem ;)

Bei all dem Kampf gegen Schnecken gilt aber auch: Übertreiben Sie es nicht. Die meisten Schnecken mit Gehäuse sind nicht schädlich für die Pflanzen, sondern sogar nützlich. Sie fressen zum Teil tote Pflanzenteile und Nacktschneckengelege.

Ameisen

Ameisen im Garten, auf dem Balkon oder gar im Haus stören nicht nur, wenn Sie auf dem Kuchen rumkrabbeln. Ameisen haben eine sehr gute Nase, Essensreste sollten Sie deshalb immer gut wegräumen. Das heißt den Boden von runter gefallenen Bratwurstresten befreien, Essen im Kühlschrank luftdicht verpacken (Ameisen lassen sich selbst von der Kühlschrankdichtung nicht immer aufhalten) und Fressnäpfe der Haustiere nicht neben die Gartentür stellen.

Sind die Ameisen einmal da, gibt’s eine Menge Hausmittel. Das bekannteste ist wohl das Backpulver. Das hilft zwar – ist aber eher was für Tierquäler. Die Ameisen fressen das Backpulver und quellen auf bis sie irgendwann platzen.

Besser ist das zum Beispiel eine Kreidebarriere. Einen dicken Kreidestrich da aufmalen, wo die Ameisen sonst herlaufen- fertig. Angeblich laufen die kleinen Krabbeltiere da nicht drüber.

Sie können auch bestimmte intensiv riechende Gewürze oder Kräuter auf der Ameisenstraße verteilen, zum Beispiel Knoblauch, Thymian, Nelken, Zimtpulver oder Zitrone. Das stört den Orientierungssinn der Ameisen und sie laufen irgendwann woanders her.

Als Tierfreund können Sie die Ameisen auch umsiedeln. Füllen Sie dafür einen Blumentopf, Eimer oder ähnliches mit Erde oder Holzwolle, stellen Sie ihn umgekehrt auf das Ameisennest und warten Sie, bis die Ameisen dort eingezogen sind. Mit einem Spaten können Sie den Topf dann woanders hintragen.

Ameisen

Unkraut

Jaja, schon klar, der moderne Mensch hat das Unkraut erst zum UN-Kraut gekürt. Naturfreunde stehen vielleicht auf einen möglichst naturnahen Garten, wer den Wildwuchs aber eindämmen will, der ärgert sich ständig drüber, dass zwischen den bunten Blümchen das Unkraut sprießt.

Das beste Mittel gegen das Unkraut ist tatsächlich das Jäten. Macht keinen Spaß, geht auf Knie und Rücken, ist aber die umweltfreundlichste Methode und schont vor allem die Pflanzen, die sie ja vor dem Unkraut schützen wollen. Am leichtesten klappt’s mit dem Jäten wenn es geregnet hat und der Boden aufgeweicht ist.

Besonders ärgerlich ist auch Unkraut in den Terrassenfugen. Da können Sie etwas rabiater vorgehen. Bei feuerfesten Platten können Sie das Unkraut mit einem Brenner oder Flammenwerfer (gibt’s zum Ausleihen im Baumarkt) abbrennen. Oder Sie übergießen das Unkraut mit heißem Wasser, dadurch sterben die Pflanzen ab und lassen sich leichter rausziehen. Im Zweifelsfall können Sie natürlich auch alles mit einem Fugenkratzer, einem Messer oder einem Besen mit festen Borsten rauskratzen.

Einige Hobbygärtner schwören auch auf Salz und Essig, da sollten Sie aber lieber die Finger von lassen. Es schädigt Boden, Pflanzen (auch die, die Sie haben wollen) und Insekten, weil es nur langsam abgebaut wird und sich deshalb im Boden ansammelt. Salz und Essig als Unkrautvernichter sind sogar gesetzlich verboten, wer vom öko-bewussten Nachbarn beobachtet wird, könnte also sogar richtig Ärger bekommen.


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