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Hass und Hetze im Netz

Beleidigungen, Hass, Hetze - die sozialen Netzwerke und Kommentarspalten sind voll davon. So langsam merken auch Schulen, Politiker und Internetunternehmen, dass das nicht von allein verschwindet, sondern man etwas dagegen unternehmen muss. In unserer Spezialsendung haben wir darüber gesprochen, wie man sich gegen Anfeindungen im Netz wehren kann, was für Folgen Shitstorms und Cybermobbing für die Opfer haben und wie Google jetzt dabei helfen will Hass und Hetze zu minimieren. Hier gibt's alle Beiträge zum Nachhören.

Foto: Pixabay/Arieth

Cybermobbing

Wo endet ein Shitstorm, wo fängt Cybermobbing an? Was hat es für Folgen für die Opfer gemobbt zu werden? Darüber haben wir mit Dr. Hubertina Falkenhagen von der psychosozialen Schulberatung in Essen gesprochen. Sie sagt auch: es wird nicht unbedingt mehr gemobbt als früher, nur eben woanders.

Foto: Fotolia ra2 studio

Neue Medien machen Schule

Guckt man sich die Lehrpläne in den Schulen an, dann fällt auf: so richtig ist da das Thema Internet noch nicht angekommen. Dabei hat heute fast jeder Schüler zumindest an den weiterführenden Schulen ein eigenes Smartphone und surft regelmäßig allein im Netz. Manche Schulen schreiben es sich wiederum ganz groß auf die Fahne, dass sie ihre Schüler zu einer gewissen Nettikette erziehen. Am Altenessener Leibniz-Gymnasium übernehmen das zum Beispiel die Medienscouts. Schüler, die anderen Schülern, beim richtigen Umgang mit dem Internet helfen. 

Die Fremdschämzwerge

Die Ruhrpott Revue ist eine Gruppe Essener, die einfach Spaß an Theater, Tanz und Musik haben. Regelmäßig stehen sie mit ihren Programmen auf der Bühne. Das Jahr der Grünen Hauptstadt haben sie zum Anlass genommen, sich auch mal vor die Kamera zu stellen. Zusammen mit der Band Ruhrschnellweg haben sie den "Grüne Hauptstadt Song 2017" aufgenommen - und dafür einen ordentlichen Shitstorm abbekommen.

Hasskriminlität ist kein Kavaliersdelikt

Früher hat man Menschen von Angesicht zu Angesicht beleidigt. Zum einen war da die Hemmschwelle noch ein bisschen höher, zum anderen hat das nicht gleich die ganze Welt mitbekommen. Heute ist das anders, vor allem weil viele glauben, sie bleiben Anonym. Stimmt aber nicht, sagt die Essener Polizei.

Foto: Fotolia/Paul Hill

§185 Strafgesetzbuch (StGB)

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 186 Strafgesetzbuch (StGB)

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

Digitalcharta

Im Dezember haben Politiker, Netzaktivisten, Wissenschaftler und Journalisten eine "Charta der digitalen Grundrechte der EU" vorgestellt. Sie baut auf der bereits existierenden Grundrechtecharta der EU auf, befasst sich aber unter anderem mit dem Recht auf Vergessenwerden, auf das Geldverdienen von Konzernen mit den Daten der Nutzer - und mit Versuchen Hass und Hetze im Internet zu verringern.

Die komplette Digitalcharta finden Sie hier. Dort können Sie auch mitdiskutieren, denn die Charta ist bisher nur ein Entwurf und soll noch weiterentwickelt werden.

Foto: Fotolia/boygostockphoto

Maschine hilft Mensch

Google will die Diskussionskultur in Internetforen verbessern. Das Tochterunternehmen Jigsaw hat dafür das Programm Perspective entwickelt. Das bewertet Kommentare nach ihrer "Giftigkeit" und meldet sie dann den Moderatoren von Diskussionsforen. Denn die kommen allein mit dem Lesen der vielen Kommentare teilweise kaum noch hinterher und lesen Beleidigungen und Hetze vielleicht erst Stunden, nachdem sie gepostet wurden.

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