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Denkmalschutz in Essen

Den heutigen Denkmalschutz gibt es in NRW und damit auch bei uns in Essen seit dem 01. Juli 1980. Denkmalschutz hat seine Vorteile, denn dadurch werden tolle Bauwerke oder auch historische Objekte erhalten. Oft kommt der Denkmalschutz aber auch Eigentümern in die Quere. Wenn die nämlich mal gerne was an ihrem Haus oder Objekt verändern möchten, kann es schnell sehr kompliziert werden eine Genehmigung zu bekommen.

Auf dieser Seite finden Sie ein paar grundlegende Infos zum Denkmalschutz und eine kleine Tour quer durch die Denkmäler in unserer Stadt.

Denkmalschutz unterliegt dem Denkmalschutz-Gesetz und soll Kulturgüter erhalten. Grundsätzlich kann alles ein Denkmal werden, wenn es unter folgende Kriterien fällt:

Das Objekt muss...

  • ... in öffenlicher Interesse liegen
  • ... eine Bedeutung für eine Stadt und/oder für die Gesellschaft haben
  • ... ein historisches Zeugnis sein.

Dabei kann ein ganzes Objekt oder aber auch nur Teile eines Objektes denkmalwürdig sein. Die meisten Denkmäler sind Gebäude, Statuen oder sogenannte Bodendenkmäler. Das sind zum Beispiel Mauerreste, Ruinen oder andere Fundstücke im Boden.

In Deutschland gibt es über eine Millionen Denkmäler und in Essen haben wir auch jede Menge denkmalgeschützter Objekte.

Leben in oder eher umgeben von einem Denkmal. So ist es für die Bewohner der Margarethenhöhe. Die Gartenstadt der Margarthe-Krupp-Stiftung steht auch zu großen Teilen unter Denkmalschutz. Das bedeutet für die Anwohner aber, dass sie sich an viele Richtlinien halten müssen. Mal eben den Garten umgestalten oder die Häuserwand streichen geht da nicht. Die Margarethenhöhe muss nach einem ganz bestimmten Stil gestaltet sein. Da ist ganz genau vorgeschrieben, welche Bäume und Büsche gepflanzt werden dürfen oder wie hoch der Zaun sein darf. Das passt nicht allen Bewohnern immer in den Kram.

Und so lebt es sich auf der Margarethenhöhe.

Die ehemalige Polizeischule an der Norberstraße in Bredeney ist ziemlich heruntergekommen und baufällig. Einige Teile, wie die Parkgarage sind einsturzgefährdet. Seit Jahren wird überlegt, was damit passieren soll. Sanieren oder neubauen? Ein Neubau wäre definitiv die günstigere Variante, aber hier ist der Denkmalschutz im Weg. Zum Beispiel steht die Fassade und die Gelände unter Denkmalschutz und auch Ringe, an denen früher mal die Polizeipferde angebunden wurden. Das lässt sich nicht einfach auflösen, nur weil die Gebäude baufällig sind. Der Eigentümer muss dafür nachweisen, dass er wirtschaftlich alles versucht hat, um die Polizeischule zu erhalten. Das sind meist langwierige Verfahren.

Seit 2014 läuft der Antrag für die Denkmalschutzliste für Teile des Grugabads. Aber gerade sowas wie der Springtrum oder die Elefantenrutsche scheiden die Geister. Dazu verzögert sich der Listeneintrag, weil das Grugabad neu gestaltet werden soll. Dafür gab es Ende Juni erst eine Ideenwerkstatt, wo Essener ihre Ideen für das Grugabad einreichen konnten. Aber wie sehen Sie das eigentlich: Grugbad als Denkmal oder nicht?

Egal ob im Norden, Osten, Süden oder Westen, überall in Essen gibt es denkmalgeschützte Gebäude und Objekte. Die Stadt hat dafür extra eine interaktive Karte mit allen Denkmälern und Beschreibungen. Hier gibt es schonmal ein paar Beispiele.

Westen

Die Kleinhaussiedlung in Altendorf gehört zum Einzugsgebiet der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord und befindet sich zum Beispiel an der Hirtsieferstraße. Leicht zu erkennen an den kleinen Häusern mit den bunten Fensterläden in beige, grün und rot.

Norden

Die Arbeiterhäuser in der Mathias-Stinnes-Siedlung in Karnap stehen ebenfalls unter Denkmalschutz. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts gebaut für die Arbeiter der Zeche Mathias Stinnes. Solche Häuschen stehen zum Beispiel an der Bertramstraße oder am Boshammerweg.

Zentrum

Die Marktkirche in der Essener Innenstadt und der Platz drumherum bieten viele archäologische Geheimnisse. Dort werden viele Relikte und Funde der Essener Geschichte vermutet. Daher sollte es so wenig wie möglich verändert werden und ist denkmalgeschützt.

Das Glockenspiel über dem ehemaligen Deiter-Juweliergeschäft an der Kettwiger Straße ist eine richtige Instanz in Essen. Ganz frisch ist es seit einigen Wochen deshalb auch unter Denkmalschutz. Das Uhrwerk ist fast 90 Jahre alt und ist im letzten Jahr restauriert worden. Seit November spielt es wieder zur vollen Stunde. Die Denkmalschützer sagen, dass nicht nur die Form sondern auch die Technik des Glockenspiels denkmalwürdig ist.

Osten

Die Alte Trauerhalle am Parkfriedhof in Huttrop ist unter Denkmalschutz, weil es ein herausragendes architektonisches Bauwerk ist. Außerdem hat sie große Bedeutung für die Essener Stadtgeschichte und den Totenkult.

Süden

Dieser Steinhaufen oder auch Steinkiste genannt liegt in Kupferdreh und erinnert an ein jungsteinzeitliches Grab. Das zählt zu den Bodendenkmälern und hat seine Berechtigung, da es an die jungsteinzeitliche Besiedlung an der Ruhr erinnert.

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