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Autofahren: Jung vs. Alt

Wer fährt besser: jung oder alt?

An unserem Thementag am Steuer haben wir mit allen Klischees gespielt. Jung regt sich über alt auf, weil Opi schon wieder mit 30 km/h durch die Stadt tuckert. Alt schüttelt den Kopf über jung, weil der Fahranfänger meint mit 80 km/h zu überholen.

Welche Gruppe ist schlimmer am Steuer? Sie haben mitdiskutiert!

Unser Radio Essen-Reporter Marcel Kleer hatte in der Innenstadt bei jung und alt nachgefragt. Außerdem wollte er da gleich wissen, wie stehen die Essener denn so zum Thema Gesundheits-Check für ältere Autofahrer?

Die älteren Autofahrer stehen einem Gesundheits-Check ganz offen gegenüber.

Die jüngeren Autofahrer sind sich da noch nicht so einig.

Fahrtraining für Senioren

Die Verkehrswacht in Frillendorf bietet regelmäßig Fahrsicherheitstraining für Senioren an. Dabei werden die älteren Autofahrer mit ihrem eigenen Wagen auf ihre Reaktionen getestet. Sie müssen zum Beispiel Slalom fahren oder eine Vollbremsung üben. Die Termine sind immer schnell ausgebucht, daher sollten Sie sich frühzeitig anmelden.

Fahrsicherheitstraining Verkehrswacht Frillendorf

Wo: Verkehrsübungsplatz "Am Schacht Hubert 55"

Kosten: 50 Euro

Hier geht es zu den Terminen und zur Anmeldung.

Wir waren bei so einem Fahrsicherheitstraining dabei. Radio Essen-Reporter Marcel Kleer hat sich zu Renterin Regina aus Borbeck in ihr rotes Auto gewagt.

Video zum Fahrtraining

In ihrem roten Flitzer legt Regina aus Borbeck einen guten Slalom zurück. Na gut, erwischt. Wir haben im Video etwas nachgeholfen. Aber so schnell hat sich Reporter Marcel Kleer neben Regina gefühlt.

Führerschein forever

Bei uns in Deutschland gilt: Führerschein fürs Leben. Wer den Schein einmal bekommt und sich nichts zu Schulden kommen lässt, der kann ihn auch für immer behalten. Das heißt auch, dass wir so lange Auto fahren dürfen, wie wir möchten. So ist es auch in anderen EU-Staaten, wie z.B. in Frankreich, Belgien, Österreich oder Polen.

In anderen Ländern gibt es aber Altersbeschränkungen, um die Sicherheit zu gewährleisten. In Spanien zum Beispiel müssen die Autofahrer ab 45 Jahren alle fünf Jahre zum Gesundheits-Check. Die Senioren ab 70 Jahren müssen sich  sogar alle zwei Jahre testen lassen. So ein Arztbesuch ist ab 70 auch in den Niederlanden, Norwegen und in Schweden Pflicht.

Bei uns in Essen können Senioren, die sich mit zunehmenden Alter unsicher im Straßenverkehr fühlen, allerdings ihren Führerschein gegen ein Bus- und Bahnticket eintauschen. So bleiben Sie mobil, geben aber Verantwortung ab.

Sachstand Deutscher Bundestag

Senioren haben in Essen die Möglichkeit, ihren Führerschein beim Straßenverkehrsamt gegen ein sogenanntes „Ticket 2000“ einzutauschen. Hierzu muss der Führerschein beim Straßenverkehrsamt abgegeben und ein dort vorliegendes Formular ausgefüllt werden. Das Formular wird an die Essener Verkehrs-AG (EVAG) gesandt, die dann wiederum für einen Monat ein „Ticket 2000“ ausstellt. Die Kosten hierfür trägt die EVAG. Das Angebot wurde 2016 von 15 Personen angenommen.

Unfallrisiko von Jung und Alt

Ein Klischee von jungen und alten Autofahrern ist auch das Unfallrisiko. Wir haben oft das Gefühl, dass Fahranfänger oder Senioren in mehr Unfälle verwickelt sind. Die Unfallstatistik der Polizei sagt da etwas anderes.

2016 gab es in Essen rund 29.000 Verkehrsunfälle. Allerdings wurden nur 700 Unfälle von Fahranfängern verursacht. Bei den Senioren war es ebenfalls keine große Zahl. Autofahrer ab 65 Jahren haben letztes Jahr knapp über 1.100 Unfälle verursacht.

Aktuelle Unfälle von Senioren in Essen

Oft bekommen Unfälle verursacht von Senioren mehr Aufmerksamkeit, weil sie kurioser sind. Sie lassen sich aber trotzdem nicht pauschalisieren. Hier ein paar Beispiele von Unfällen mit älteren Fahrern in Essen.

Ende März 2017

Ein 82-jähriger Autofahrer biegt am Hirschlandplatz in der Innenstadt falsch ab und landet auf den Treppen zur U-Bahn-Station. Er hat die Treppen vermutlich für die Einfahrt eines Parkhauses gehalten. Ein Abschleppwagen musste das Auto wieder auf die Straße ziehen. Dem Mann ist nichts passiert und es gab auch keinen Blechschaden.

Ebenfalls März 2017

Eine 73-jährige Frau verliert in Leithe auf der Meistersingerstraße die Kontrolle über ihren Wagen. Sie rammt erst fünf parkende Autos, rollt dann einen kleinen Abhang runter und prallt gegen eine Hauswand. Die Frau kommt verletzt ins Krankenhaus, der Schaden an Autos und Hauswand war groß.

November 2016

Zwei Senioren, beide Mitte 70, krachen mit ihrem Auto auf der Joachimstraße in Kray durch eine Leitplanke und rollen die Böschung runter. Beide werden zum Glück nur leicht verletzt und kommen mit einem Schock davon. Dem Auto ging es nicht so gut. Es musste mit einem Kran aus der Böschung gehoben werden.


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