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Unsere Sondersendung

Jede Woche kommen viele neue Flüchtlinge nach Essen. Hier gibt's alle Infos zu Essener Flüchtlingsunterkünften. Hier finden Sie alle Infos zu den Unterkünften:

Sondersendung vom Feb. 2016 | Hintergründe | Reaktion Bürgerinitiativen | Standorte |

Unsere Sendung zu Flücklingsunterkünften vom 23.02.16

Wie und wo kann die Stadt die vielen Flüchtlinge unterbringen, die täglich auch zu uns nach Essen kommen? Diese Frage wird seit Wochen in der ganzen Stadt diskutiert. Wir haben das Thema aufgegriffen und darüber mit Tina Lunau von der Bürgerinitiative "Für die Zukunft des Essener Nordens", mit Daniel Reinhard von der Bürgerinitiative Haarzopf/Fulerum und mit dem Sozialdezernenten der Stadt Essen Peter Renzel gesprochen. Die Vertreter der Bürgerinitiativen wehren sich zum Beispiel dagegen, dass Flüchtlingsheime in Landschaftsschutzgebieten gebaut werden oder gegen die ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung der Flüchtlinge im Stadtgebiet.

Hier können Sie sich die gesamte Diskussion anhören.

Hier finden Sie weitere Beiträge und Interviews zum Thema Flüchtlinge in Essen.

Die Hintergründe:
Flüchtlingsdorf im Nordviertel
Erstaufnahmeeinrichtung in Fischlaken

Ab März erwartet die Stadt rund 700 Flüchtlinge pro Monat. Für sie braucht die Stadt dringend Platz zum Schlafen.

Im letzten Jahr hat ein Krisenstab über neue Standorte für Flüchtlingsunterkünfte entschieden. So wurde zum Beispiel auf dem ehemaligen Gelände des Mathias-Stinnes-Stadions in Karnap ein großes Zeltdorf gebaut. Am Volkswald in Heidhausen ist eine Unterkunft entstanden. In den nächsten Wochen wird eine Unterkunft an der Vaestestraße in Burgaltendorf fertig, außerdem eine an der Hamburger Straße in Frohnhausen. In Bergerhausen ziehen Flüchtlinge in die ehemalige Kraftwerksschule an der Klinkestraße und im April wird in Dellwig an der Levinstraße eine weitere Unterkunft fertig. Die Plätze in diesen Unterkünften reichen aber noch lange nicht aus.

Damit wieder mehr Essener bei der Standortfrage mitdiskutieren können, hat Thomas Kufen bei seinem Amtsantritt als Oberbürgermeister entschieden, dass über neue Standorte für Flüchtlingsunterkünfte die Politiker im Rat entscheiden.

Bereits im letzten Jahr wurde den Politikern deshalb eine Liste mit möglichen Standorten vorgestellt und seitdem immer wieder ergänzt. Über die aktuellste Liste soll der Rat am 24.02.2016 abstimmen. In vielen Stadtteilen diskutieren Essener darüber, ob in ihrer Nähe der geeignete Platz für eine Flüchtlingsunterkunft ist.

Wie Sie selber Flüchtlinge in unserer Stadt unterstützen können, zeigen wir in unserer Übersicht Aktuelle Initiativen in Essen. Dort finden Sie auch Tipps, was Helfer beachten müssen

Die Bürgerinitiativen:
Landschaftsschutzgebiet in Leithe: Diese Bäume sollen bleiben

Eine Reaktion vieler Essener auf die Vorschläge der Standorte für Flüchtlingsunterkünfte sind zahlreiche Bürgerinitiativen, die in den letzten Wochen bei uns in der Stadt gegründet wurden.

Unter anderem gibt es Initiativen, die sich gegen Unterkünfte in Landschaftsschutzgebieten wehren. Dabei geht es um die geplanten Standorte in Haarzopf/Fulerum, im Hexbachtal in Bedingrade, in der Fischlaker Mark, in Leithe, Schuir, Überruhr und Horst.

Eine andere Bürgerinitiative nennt sich „Für die Zukunft des Essener Nordens“. Sie spricht sich gegen die geplanten Standorte an der Nordsternstraße (Marinagelände) und Hövelstraße/Bamlerstraße (mögliches Gewerbegebiet) aus und fordert eine gerechtere Verteilung über die Stadtteile.

Insgesamt gibt es bei uns in Essen mehr als zehn Bürgerinitiativen. Das zeigt, dass um die Standorte zur Unterbringung von Flüchtlingen bei uns hart gerungen wird. In allen anderen Städten im Ruhrgebiet gehen Anwohner anders mit dem Thema um. Es wird auch dort bei den Informationsveranstaltungen diskutiert, aber so viele Bürgerinitiativen wie bei uns in Essen, wurden bis jetzt nicht gegründet. 

Standorte für Flüchtlingsunterkünfte

Die neuen Standorte für Flüchtlingsunterkünfte, die letztendlich am 24.02.16 im Rat der Stadt beschlossen wurden:

 

Kurzfristige Bebauung mit festen Unterkünften ist auf folgenden Flächen möglich (mit maximal 400 Plätzen):

- Spielkampsweg/Hatzper Straße in Haarzopf

- Im Fatloh/ehemalige Fläche Schacht Kronprinz in Bedingrade (möglicherweise gibt es einen Alternativstandort an der Heißener Straße in Schönebeck)

- Lahnbeckestraße in Leithe (nur 200 Plätze)

- Rotthauser Straße in Kray (nur 200 Plätze)

- Wallneyer Straße in Schuir

- Am Handwerkerpark in Katernberg (möglicherweise gibt es eine Ausweichfläche)

- Hövelstraße/Bamlerstraße in Altenessen

 

Standorte für kleinere Unterkünfte auf städtischen Flächen mit jeweils 200 Plätzen:

- Antropstraße in Überruhr (möglicherweise gibt es ein Ausweichgelände)

- Barkhovenallee/Jacobsallee in Heidhausen (möglicherweise gibt es ein Ausweichgelände)

- Neustraße in Borbeck

- Nöggerathstraße in Altendorf

 

Weiter genutzt werden Flüchtlingsunterkünfte an folgenden Standorten, allerdings sollen die Zelte durch Container ersetzt werden:

- Bonifaciusstraße in Schonnebeck

- Erbslöhstraße in Altenessen

- Pläßweidenweg in Horst

- Vaeste-/Burgstraße in Burgaltendorf

- Mathias-Stinnes-Stadion in Karnap

 

Mietobjekte, in denen die Stadt Plätze für Flüchtlinge schaffen will:

- Cathostraße in Bergeborbeck (100 Plätze)

- Im Teelbruch in Kettwig (70 Plätze)

- Am Limbecker Platz in der Innenstadt (170 Plätze)

- Münchener Straße in Frohnhausen (390 Plätze)

- Schuirweg in Schuir (560 Plätze)

 

Quelle: Vorlage für den Rat der Stadt am 24.02.16, aktualisiert nach Gesprächen mit den SPD- und CDU-Ratsfraktionen zu deren Einigung. Die Vorlage über die Einigung. Der Kompromiss von SPD und CDU wurde unverändert im Rat verabschiedet.

Nicht genannt sind hier weitere Standorte, die von der Stadtverwaltung gerade geprüft werden. Dort sollen noch weitere Plätze als Zwischenlösung geschaffen werden.

Außerdem will die Stadt weiterhin versuchen, Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. Sie hat dafür extra Mitarbeiter abgestellt und will mit den Wohnungsunternehmen zusammen arbeiten.

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