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Denkmalpfad Kokerei

Zum Ende des Bergbaus schauen wir auf das, was nach dem Ende übrig bleibt: Erinnerungen der Pütte im Pott. Der Denkmalpfad ist da eine bedeutende Erinnerungskultur bei uns in Essen.

  • Der Denkmalpfad auf Zollverein
    Die Zeche Zollverein hat als letzte Zeche in Europas ehemals größter Bergbaustadt Essen 1986 die letzte Schicht gefahren. Schon zwei Jahre später haben ehemalige Kumpel die ersten Führungen organisiert. 1993 hat dann die Kokerei Zollverein geschlossen, sie war eine der modernsten Kokereien der Welt. Seit dem Umbau der Zeche und Kokerei zieht das Weltkulturerbe viele tausende Touristen an. Aus den ersten Führungen ist bis heute der Denkmalpfad entstanden. Er erklärt unter anderem, wie die Kohle gefördert und weiterverarbeitet wird. Jedes Jahr nutzen ihn rund 150.000 Menschen, um mehr über das Leben der Bergleute zu erfahren. In der Zukunft soll es zwölf neue Stationen des Denkmalpfads an der Kokerei entstehen. Insgesamt wird das knapp sechs Millionen Euro kosten. Der Aufbau der ersten Station am Löschturm kostet 534.000 Euro. Das Geld kommt von der RAG-Stiftung (300.000 Euro), von der NRW-Stiftung (220.000 Euro) und von den Freunden und Förderern Zollvereins (14.000 Euro). Gerade wurde der Löschturm saniert. Dort hinein wird ein Glaskubus gebaut. Darin wird dann der erste Teil der Ausstellung untergebracht. Der neue Denkmalpfad soll im Sommer eröffnet werden.
  • Interview mit Thorsten Seifert
    Damit die Besucher diese Prozesse möglichst hautnah erleben können, arbeitet Thorsten Seifert von der Stiftung Zollverein an den einzelnen Stationen für den neuen Denkmalpfad. Die Besucher werden in Zukunft im Kokskuchen stehen, rund um sie Feuer und erleben so wie es aussah an und in den Öfen auf Zollverein. Aber auch die Situation der Arbeiter und die Belastung für die Umwelt wird an einzelnen Stationen beleuchtet. Auf dem Dach der Mischanlage mit Blick auf die gigantische Kokerei hat Anna Bartl mit Thorsten Seifert über den neuen Denkmalpfad gesprochen.
  • Interview mit Peter Hullermann
    Der ehemalige revierführende Schichtsteiger kennt sich auf "seiner" Kokerei ganz genau aus. Er hatte 50 Mitarbeiter und hat dafür gesorgt, dass die Kohle rechtzeitig in die Öfen kam und dann als Koks auch wieder raus. Der ehemalige Koker kennt jeden Stein auf der Kokerei und hat dort als technischer Zeichner angefangen. Noch heute sieht er in der stillgelegten Kokerei Rohrleitungen, die er gezeichnet hat. Inzwischen führt er ehrenamtlich Besucher über die Kokerei und erklärt, was da früher passiert ist. Er freut sich auf den neuen Denkmalpfad. Anna Bartl hat mit ihm in der Kokerei unter den alten Öfen gesprochen.
  • Interview mit Anneliese Rauhut
    Die einen haben in der Kokerei gearbeitet, die anderen sind nebenan aufgewachsen. So wie Anneliese Rauhut im Hugenkamp. Ihr Vater hatte eine Apotheke, sie selbst ist heute Ärztin. Früher, so erinnert sie sich, ist sie mit ihren Freunden immer an der Mauer der Kokerei entlang gelaufen und hat sich gefragt, was passiert eigentlich dahinter. Es hat gerumpelt und gestunken. Jede Morgen lag der Kohlendreck auf der Fensterbank. Heute ist sie Vorstandvorsitzende der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.. Der Verein spendet für den neuen Denkmalpfad 14.000 Euro. Für Anneliese Rauhut geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Anna Bartl hat mit ihr auf dem Dach der Mischanlage mit Blick auf die Kokerei gesprochen.

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