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Bombe an der Baumstraße im Südviertel

An der Baumstraße im Südviertel ist ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Bei Radio Essen bringen wir Sie immer auf den neuesten Stand. Außerdem können Sie alles hier im Live-Ticker nachlesen!

Die Stadt richtet bei Bombenentschärfungen ein Info-Telefon ein. Die Nummer lautet 0201 - 1238888.

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen müssen ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte werden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Montag, den 13.11.:

20:15 Uhr: Die Bombe ist entschärft!

19:26 Uhr: Die Entschärfung hat angefangen.

18:40 Uhr: Der äußere Kreis war ebenfalls zu. Die U-Bahnhaltestelle Philharmonie wurde nicht mehr angefahren.

18.25 Uhr: Der innere Kreis war zu.

18:12 Uhr: Der innere Kreis wurde komplett zugemacht. Als nächstes war dann der äußere Kreis dran.

Die Mitarbeiter hatten wegen der vielen Staus Probleme zu den Sperrstellen zu kommen, sodass sich die Sperrungen verzögert haben.
Es gab 14 Krankentransporte, weil einige Menschen ihre Häuser nicht selbstständig verlassen konnten.

18:00 Uhr: Die Evakuierung lief. Rund 250 Mitarbeiter der Stadt waren im Einsatz. Ein Gutes hatte die Bombenentschärfung: Die Mitarbeiter der ansässigen Firmen konnten früher Feierabend machen.

17:41 Uhr: Hier gab es genaue Informationen zu betroffenen Haltestellen und Linien der Ruhrbahn.

16:50 Uhr: Die Friedrichstraße wurde gesperrt. Die ersten Staus haben sich gebildet.

16:22 Uhr: Die ersten Mitarbeiter haben ihre Rundgänge durch die betroffenen Straßen gestartet. Wegen der nahenden Dunkelheit hatten sie Taschenlampen dabei. Die Betreuungsstelle an der Planckstraße wurde geöffnet. Die Menschen da mussten einige Zeit ausharren.

15:47 Uhr: Die Stadt hat angefangen, die Sperrstellen einzurichten. Folgende große Straßen wurden teilweise gesperrt:

Die Rüttenscheider Straße, die Hohenzollern- und die Witteringstraße.
15:28 Uhr: Es gab insgesamt 59 Sperrstellen. Das sind mehr als sonst, die Entschärfung soll deshalb deutlich länger dauern. Die Stadt hat es eine Herausforderung genannt.

Als Betreuungsstelle wurde die Turnhalle Planckstraße bekanntgegeben.


Von der Entschärfung waren die folgenden Busse und Bahnen betroffen:
•    Die U11
•    Die Straßenbahnen 101, 105, 106, 107, 108
•    Die Busse 145 und 146.

Die Busse wurden während der Entschärfung umgeleitet, die U-Bahnen haben nicht an den betroffenen Haltestellen gehalten.

14.12 Uhr: Bei Bauarbeiten wurde an der Baumstraße auf Höhe der Hausnummer 23 eine Fünfzentner-Bombe gefunden. Sie sollte noch am selben Tag entschärft werden. Die Stadt hat sich beraten, welche Bereiche evakuiert werden müssen und wo sie eine Betreuungsstelle einrichtet. Circa 1.160 Menschen leben im Evakuierungskreis.

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe richtig entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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