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Bombe in Bredeney

Bombenfund in Bredeney

An der Polizeischule an der Norbertstraße in Bredeney ist ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden.
Die Evakuierung und die Entschärfung haben viele Stunden gedauert.

Anwohner, die nicht aus ihren Wohnungen wollten, haben die Bombenentschärfung in Bredeney verzögert. Radio Essen-Moderator Timm Schröder hat mit Silke Lenz von der Stadt Essen am Telefon gesprochen. Was kann die Stadt in solchen Fällen tun?
Hier geht's zum Interview.

Evakuierungsplan

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen, mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte wurden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Foto: Stadt Essen

Der Live-Ticker zum Bombenfund:

Mittwoch, den 14.09.2016:

22.21 Uhr: Endlich - die Bombe ist entschärft! Kommt gut zurück nach Hause und gute Ncht! :)

21.55 Uhr: Grünes Licht - die Entschärfung beginnt!

21.42 Uhr: Unglaublich - zwei Menschen weigern sich immer noch, ihre Wohnung im Sperrgebiet zu verlassen. Die Einsatzkräfte überlegen inzwischen, ob sie die Tür auftreten.

21.08 Uhr: Es gibt massive Probleme bei der Evakuierung. Einige Menschen sind immer noch nicht aus ihren Wohnungen raus.

20.47 Uhr:
Die Entschärfung verzögert sich weiter, weil es zu viele Krankentransporte gibt. Die älteste Dame, die evakuiert werden muss ist 97 Jahre alt. Die Stadt hofft in der nächsten Stunde evakuieren zu können.

20.26 Uhr: Das große Warten bis zur Entschärfung: Die Polizei macht gerade eine letzte Runde durch die Evakuierungszone. Auch der Flugraum über der Evakuierungszone muss gesperrt werden. Angedacht ist immer noch gegen 21.00 Uhr mit der Entschärfung zu beginnen.

20.16 Uhr: Die Polizei musste wohl eine Wohnung gewaltsam öffnen. Dadurch haben einzelne Anwohner den Einsatz verzögert.

19.40 Uhr:
Die Bombenentschärfung soll gegen 21.00 Uhr beginnen.

19.34 Uhr: Die Autobahn ist gesperrt.

Foto: Plan mit Sperrstellen, Stadt Essen

19.05 Uhr: Der innere Kreis ist jetzt evakuiert und wird jetzt abgesperrt. Danach geht es weiter mit äußeren Ring.

18.41 Uhr: Die A52 soll zwischen der Abfahrt Rüttenscheid und Haarzopf in beide Richtungen gesperrt werden.

18.25 Uhr: Die Evakuierung dauert doch länger als gedacht. Viele Menschen haben den Bereich noch nicht verlassen. In einer guten Stunde wollen sich die Bombenentschärfer, die Experten der Feuerwehr und die Sicherheitskräfte zur nächsten Lagebesprechung treffen.

17.59 Uhr: Die Evakuierung soll bis 19.00 Uhr abgeschlossen sein. Gerade werden Flutlichter an der Fundstelle an der Norbertstraße aufgebaut. Damit ist der Kampfmittelräumdienst bestens vorbereitet, auch wenn es langsam dunkel wird. 

17.50 Uhr: Die Stadt hat einen etwas detaillierten Evakuierungsplan veröffentlicht mit genauen Sperrstellen zum Bombenfund.

17.11 Uhr: Alle sind raus - das Grugabad ist seit 17 Uhr zu. Das Grugabad ist jetzt geschlossen. Die Busse sind voll mit den Gästen, die jetzt dort nicht mehr schwimmen können.

16.41 Uhr: Die EVAG leitet die Buslinien 142, 169 sowie die U11 um. Die Buslinie 142 wird zwischen Meisenburg und Alfredstraße in beiden Fahrtrichtungen umgeleitet. Die Haltestellen zwischen der haltestelle Martinstraße und Bredeney-Friedhof entfallen in beiden Richtungen. Die Buslinie 169 wird ab Bredeney umgeleitet, über die Alfredstraße nach Rüttenscheid. Fahrgäste können an der Haltestelle Holsterhauser Platz in die U17 wechseln, um zur Margarethenhöhe zu gelangen. In der Gegenrichtung fährt die U17 regulär bis Holsterhauser Platz. Von dort können Fahrgäste in die Buslinie 169 in Richtung Bredeney/Velbert umsteigen. Die U11 endet in beiden Fahrrichtungen am Hauptbahnhof. Zwischen den Haltestellen Philharmonie und Gruga-West kann die U11 für die Dauer der Entschärfung nicht fahren.

Foto: Fundort von Zugang Pförtnerhaus, Mike Filzen

16.37 Uhr: Der Betreuungsplatz für Anwohner, die ihre Wohnung verlassen müssen, ist ab 17 Uhr in der Goetheschule in der Ruschenstraße 1 eingerichtet. 

16.28 Uhr: Das hat der Grugapark noch nicht erlebt: Der Park muss komplett geräumt werden. Mitarbeiter laufen über die Wiesen und bitten alle Besucher den Park zu verlassen. An den Eingängen werden Zettel aufgehängt, hat uns Grugapark-Sprecher Eckhardt Spengler eben bei Radio Essen erzählt.

16.00 Uhr: Das Essener Bürger-Telefon ist freigeschaltet. Unter (0201) 123 - 88 88 erhalten Sie Antworten zu Ihren Fragen.

15.55 Uhr: Im Umkreis von 500 Metern bis 1000 Metern sollen alle Anwohner während der Entschärfung im Haus bleiben.

Am Hotel Bredeney

14.31 Uhr: Rund 6.500 Menschen und viele Mitarbeiter in den Bürogebäuden müssen im Umkreis von 500 Metern evakuiert werden. Betroffen sind das Grugabad, die Gruga, der Grugapark, der Südfriedhof sowie die Autobahn A 52 in Höhe der Anschlussstelle Haarzopf. Das Grugabad wird ab 17 Uhr geschlossen. Die Veranstaltungen des Deutschen Juristentags sind nicht betroffen.

14:21 Uhr: Die Bombe wiegt 500 kg und ist aus dem zweiten Weltkrieg. Sie ist bei Sondierungsarbeiten 4 Meter tief unter der Erden gefunden worden. Wegen der Bombenentschärfung schließt das Gruga-Bad in Rüttenscheid schon um 17 Uhr.

14:50 Uhr: An der Polizeischule an der Norbertstraße ist ein Blindgänger gefunden worden. Die Bombe wird heute noch entschärft. Der Kriesenstab der Stadt tagt noch. 

Allgemeine Infos zu Bombenentschärfungen:

Sofort evakuieren und entschärfen - eine neue Verordnung

Die Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf vom Februar 2014 besagt, dass Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sofort entschärft werden müssen. Das bedeutet, dass in der Regel noch am Tag der Entdeckung die Menschen im Umkreis evakuiert werden und die Bombe entschärft wird. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. Für Stadt, Polizei und Feuerwehr bedeutet das einen deutlich höheren Aufwand. Es werden mehr Helfer gebraucht. Sie müssen bei jeder Wohnung zwei Mal überprüfen, ob alle Bewohner raus sind. Die Entschärfung wird nur in Ausnahmefällen verschoben, zum Beispiel wenn ein Krankenhaus evakuiert werden muss.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder können leichter entschärft werden, dazu wird der Zünder herausgedreht. Die Entschärfung ist weniger gefährlich als bei Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder. Bei diesen rosten die Zünder nicht, sie müssen teilweise gesprengt werden. Die Bombenblindgänger bei uns im Ruhrgebiet wiegen in der Regel fünf oder zehn Zentner. Die Bomben sind im Zweiten Weltkrieg über Essen abgeworfen worden. Wie viele es waren, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe am besten entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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