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Bombe am Uhlenkrug

An der Birkenstraße zwischen Rüttenscheid und Stadtwald ist ein 250 Kilo- Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Sie wurde bei Bauarbeiten zur Renaturierung des Rellinghauser Mühlenbachs gefunden. Bombenentschärfer Mike Wehnert hat sie am Mittag erfolgreich entschärft.

Evakuierungsplan

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen, mussten ihre Häuser verlassen. Auch Büros und Geschäfte mussten geräumt werden. Innerhalb des äußeren Rings sollten die Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten.

Foto: Stadt Essen
Der Live-Ticker zum Bombenfund:

Donnerstag, 26.01.2017:

13:39 Uhr: Der Weltkriegsblindgänger ist entschärft. Die Sperrungen werden in den nächsten Minuten wieder aufgehoben. Danke an alle Helfer!

13:06 Uhr: Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, in wenigen Minuten geht's los mit der Entschärfung. Mike Wehner vom Kampfmittelräumdienst wird die Bombe entschärfen, er feiert heute übrigens seinen 53. Geburtstag.

12:52 Uhr: Die A52 ist jetzt zwischen Rüttenscheid und dem Dreieck Essen-Ost gesperrt. Auch die Strecke der S6 zwischen dem HBF und Essen-Süd ist jetzt gesperrt. Die S6 endet jetzt in Kettwig.

12:49 Uhr: Die Evakuierung im inneren Bereich ist abgeschlossen.

12:25 Uhr: Der äußere Ring wird gesperrt, EVAG und Bahn bereiten die Sperrungen ihrer Strecken vor. Ab ca. 13 Uhr sollen die A52 und die Strecke der S6 gesperrt werden.

12:12 Uhr:
Die S6 wird eine halbe Stunde vor der Entschärfung nicht mehr zwischen Hauptbahnhof und Kettwig fahren. 

11:58 Uhr: Es müssen ca. ein Dutzend Krankentransporte gemacht werden, die Betroffenen kommen in der Sammelstelle im Helmholtz-Gymnasium unter. 

11:45 Uhr: Der innere Evakuierungskreis wird jetzt gesperrt. Alle, die in diesem Bereich wohnen, müssen ihre Häuser jetzt verlassen.

11:07 Uhr:
Die Evakuierung startet.

10:30 Uh
r: Die Sammelstelle in der Turnhalle des Helmholtz-Gymnasiums in der Rosastraße macht jetzt auf.

10:15 Uhr: Betroffen sind auch die Buslinien 145 und 146. Die Haltestellen Paulinenstraße und Walpurgisstraße können während des Zeitraums der Entschärfung und Evakuierung in beiden Richtungen nicht angefahren werden. Beide Buslinien werden (bis zur Freigabe des gesperrten Bereiches) umgeleitet über die Wittenbergstraße - Rüttenscheider Straße - Franziskastraße.

9:50 Uhr: Bei Fragen zur Evakuierung können Sie die Stadt unter folgender Hotline erreichen: 0201-1238888

9:25 Uhr
: Etwa 300 Menschen befinden sich im inneren Evakuierungsradius und müssen ihre Wohnungen während der Entschärfung verlassen, weitere 1600 Menschen wohnen im äußeren Evakuierungsradius. Sie müssen während der Entschärfung ihre Fenster und Türen geschlossen lassen. Alle, die nicht wissen, wo sie in dieser Zeit unterkommen sollen, gibt es eine Sammelstelle im Helmholtz-Gymnasium an der Rosastraße.

9:00 Uhr: Der Krisenstab der Stadt trifft sich jetzt und bespricht das weitere Vorgehen und welcher Bereich evakuiert werden muss.

So leere Straßen mitten am Tag - das gibt's in Essen sonst nur selten.
Allgemeine Infos zu Bombenentschärfungen:

Sofort evakuieren und entschärfen - eine neue Verordnung

Die Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf vom Februar 2014 besagt, dass Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg sofort entschärft werden müssen. Das bedeutet, dass in der Regel noch am Tag der Entdeckung die Menschen im Umkreis evakuiert werden und die Bombe entschärft wird. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. Für Stadt, Polizei und Feuerwehr bedeutet das einen deutlich höheren Aufwand. Es werden mehr Helfer gebraucht. Sie müssen bei jeder Wohnung zwei Mal überprüfen, ob alle Bewohner raus sind. Die Entschärfung wird nur in Ausnahmefällen verschoben, zum Beispiel wenn ein Krankenhaus evakuiert werden muss.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder können leichter entschärft werden, dazu wird der Zünder herausgedreht. Die Entschärfung ist weniger gefährlich als bei Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder. Bei diesen rosten die Zünder nicht, sie müssen teilweise gesprengt werden. Die Bombenblindgänger bei uns im Ruhrgebiet wiegen in der Regel fünf oder zehn Zentner. Die Bomben sind im Zweiten Weltkrieg über Essen abgeworfen worden. Wie viele es waren, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Und was, wenn jemand seine Wohnung nicht verlassen will?

Das Ordnungsamt darf einen zwingen, die Wohnung zu verlassen. Im Zweifelsfall kommt die Polizei, die einen aus der Wohnung rausholt. Eine Bombe gilt als Gefahr im Verzug und laut Gesetz muss einen die Stadt hier im Zweifel vor sich selbst schützen, ähnlich, wie es eine Anschnallpflicht gibt oder die Polizei und Feuerwehr immer versuchen müssen einen Suizid zu verhindern. Sich zu weigern das Haus zu verlassen bringt also nichts, es verzögert einfach die Entschärfung und sorgt dafür, dass alle anderen länger warten müssen, bis sie wieder zurück in ihre Wohnungen können.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe am besten entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.


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