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Bombe am Breilsrand Frohnhausen

An der Straße Breilsrand in Frohnhausen wurde ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Es war eine britische fünf-Zentner Bombe. Wegen der Tageszeit mussten nur wenige Anwohner evakuiert werden. Insgesamt waren von dem Bombenfund knapp 1.780 Essener betroffen. Die Bombe wurde am Nachmittag ohne Probleme entschärft.

Evakuierungsplan

Alle Anwohner, die im inneren Kreis wohnen müssen ihre Häuser verlassen. Auch eine Grundschule und Sportanlagen werden dort geräumt. Innerhalb des äußeren Rings sollten sich die Menschen luftschutzmäßig verhalten. Das heißt: In der Wohnung bleiben und Fenster und Türen geschlossen halten.

Der Live-Ticker zum Bombenfund:

Donnerstag, den 23.03.2017:

15:51 Uhr: Die Bombe am Breilsrand ist entschärft. Alles läuft gleich wieder normal. Straßen werden geöffnet, Bahnen und EVAG fahren wieder und Anwohner können zurück in ihre Häuser.

15:08 Uhr: Der Bahnverkehr und der EVAG-Verkehr ist jetzt in den betroffenen Zonen eingestellt.

15:00 Uhr: Die Evakuierung ist durch. Alle Menschen im inneren Kreis sind aus ihren Wohnungen raus. Die Entschärfung wird vorbereitet.

14:44 Uhr: Die betroffenen Straßen in Frohnhausen werden jetzt nach und nach gesperrt. Danach wird der innere Kreis evakuiert.

14:42 Uhr: Die Straßenbahnlinie 109 fährt nur noch ab und bis zur Haltestelle Alfred-Krupp-Schule. Danach wendet die Bahn an der Schweriner Straße. Folgende Haltestellen werden im Moment nicht angefahren: Frohnhausen Breilsort, Kieler Straße, Onckenstraße und Gervinusstraße.

14:17 Uhr: Im Moment sind gerade 128 Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei, RGE, EVAG, Ordnungsamt, den Hilfsorganisationen und der Deutschen Bahn im Einsatz.

13:47 Uhr: An der Elisabeth-Grundschule sind einige Kinder noch nicht abgeholt worden. Seit 13 Uhr ist dort die Schule aus. Alle Kinder, die noch dort sind, werden jetzt zur Betreuungsstelle an der Herder Schule gebracht.

13:44 Uhr: Auch der Radschnellweg RS1 ist betroffen. Er wird zur Evakuierung ebenfalls in Frohnhausen gesperrt.

13:29 Uhr: Die Evakuierung in Frohnhausen läuft. Im Umkreis von 250 Metern sind 779 Anwohner betroffen, im äußeren Bereich sind es 999 Anwohner. Die Betreuungsstelle an der Herder Schule ist jetzt offen.

13:18 Uhr: Die Lautsprecherdurchsagen am Breilsrand laufen. Die Anwohner werden informiert, wer die Wohnung verlassen muss und wer Fenster und Türen geschlossen halten soll.

12:41: Die S-Bahnlinien S1, S3, RE1, RE2, RE6, RE11, RE42 werden für die Dauer der Entschärfung in den entsprechenden Bahnhöfen angehalten. Ebenso wird die Straßenbahnlinie 109 während der Entschärfung teilweise nicht fahren.

12:36: Die Betreuungsstelle wird in der Herder Schule am Postreitweg 76 eingerichtet.

12:35: Folgende Einrichtungen sind von der Entschärfung betroffen: der Friedhof und die Elisabeth-Grundschule sowie das Handballleistungszentrum und die Helmut Rahn Sportanlage. Sie müssen evakuiert werden.

12:25: Der Krisenstab der Stadt hat entschieden. Der Blindgänger wird heute noch entschärft. Alle Infos dazu folgen.

12:07 Uhr: Die Bombe liegt am Breilsrand in Höhe der Hausnummer 20.

11:39 Uhr: Die Bahn weiß Bescheid. Der Notfall-Manager der Bahn steht im Kontakt mit Feuerwehr. Ob und wie die Bahnstrecke betroffen ist, ist noch nicht klar.

11:19 Uhr: Es wurde ein Blindgänger gefunden. Vermutlich an der Straße Breilsrand in Frohnhausen. Gerade trifft sich der Krisenstab der Stadt.

Allgemeine Infos zu Bombenentschärfungen:

Sofort evakuieren und entschärfen

Bomben-Blindgänger müssen so schnell wie möglich entschärft werden. So steht es seit Anfang 2014 in der Verordnung der Bezirksregierung Düsseldorf. In der Regel rücken die Entschärfer seitdem noch am selben Tag aus. Die Menschen rund um den Fundort müssen wenige Stunden nach dem Fund aus ihren Häusern und Büros raus. Auch nachts oder am Wochenende kann entschärft werden. In Ausnahmefällen kann eine Bombenentschärfung verschoben werden. Zum Beispiel, wenn ein Krankenhaus geräumt werden muss.

Schnell räumen und absperren

Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr brauchen bei einer Bombenentschärfung viele Helfer. Sie fahren als erstes mit Lautsprecherwagen durch die umliegenden Straßen. Gleichzeitig werden schon die ersten Straßen gesperrt. Außerdem wird eine Sammelstelle eingerichtet für alle, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen. Anschließend machen die Helfer eine zweite Kontrolle, ob wirklich alle Anwohner raus sind. Dann werden alle Straßen im Umkreis gesperrt und die Entschärfung kann beginnen.

Alle müssen raus

Die Helfer dürfen die Menschen rund um die Bombe zwingen ihre Wohnungen zu verlassen. Wer sich weigert, muss seit Anfang 2017 ein deftiges Bußgeld zahlen. Zwischen 500 und 1000 Euro werden fällig. Verweigerer hatten Bombenentschärfungen vorher teilweise um Stunden verzögert.

Zwei Arten von Bomben

Bomben mit Aufschlagzünder funktionieren mechanisch. Beim Aufprall sollte die Zündnadel die Explosion auslösen. Desto länger die Bombe im Boden liegt, umso unberechenbarer wird sie. Bei der Entschärfung dreht der Experte den Zünder heraus und macht die Bombe so unschädlich.

Bomben mit Säure- oder Langzeitzünder sind insgesamt gefährlicher. Eine chemische Reaktion sollte die Explosion Stunden nach dem Aufprall auslösen. So sollten im Krieg Menschen auch lange nach einem Luftangriff noch überraschend getroffen werden. Wenn ein Blindgänger bewegt wird, kann die chemische Reaktion auch Jahrzehnte danach noch auslösen. Deshalb müssen diese Bomben kontrolliert gesprengt werden.

Bei jeder Bombe prüfen die Sprengmeister als erstes die Sprengkraft. Danach entscheiden sie über den Radius, der rund um den Fundort gesperrt wird. Über Essen und dem Ruhrgebiet sind im Zweiten Weltkrieg besonders viele Bomben abgeworfen worden. Die Alliierten wollten damit die Rüstungs- und Stahlindustrie treffen. Wie viele Bomben über Essen abgeworfen wurden, kann niemand sagen. Experten schätzen, dass auch in den nächsten 50 bis 70 Jahren weiter regelmäßig Bombenblindgänger gefunden werden.

Wie wird eine Bombe entschärft?

Als Leiter der Sprengschule Dresden ist Günter Fricke Experte. Er bringt anderen bei, wie man eine Bombe am besten entschärft. Ruhige Hände und starke Nerven sind wichtig!

Eine Bombe entschärfen: Würden Sie sich das zutrauen?

Wenn man so eine alte Fliegerbombe aus dem Boden buddelt, sieht die erstmal nicht gefährlicher aus, als alte Tonkrüge aus dem Mittelalter. Drum herum ist nur Dreck und Rost zu sehen, aber die 250 Kilogramm Sprengstoff innen drin rosten eben nicht! Deshalb sind die Blindgänger auch heute noch gefährlich. Eine Bombe entschärfen - da braucht es wirklich ruhige Nerven. Wir haben Essener gefragt, ob sie sich das zutrauen würden.

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